Neuer Kunst-Stern in Baden. Erstmals sind Rita Sterns phantastische Werke in Baden zu sehen: Ihr Nachtschwärmer und der Kosmos sind bis Ende Mai in der Galerie Breyer zu bewundern.

Von Nadja Tröstl. Erstellt am 26. April 2021 (02:19)
Rita Stern und Galerist Christopher Lane in der Galerie Breyer in Baden.
privat, privat

Rita Sterns beeindruckende „Nachtschwärmer“ sind aktuell in der Galerie Breyer zu sehen. Auch wenn die geplante Vernissage aufgrund des Lockdowns nicht stattfinden konnte, kam die in Deutschland lebende österreichische Künstlerin zu dem Galeristen Christopher Lane nach Baden um die Ausstellung erster Werke des Zyklus „Nachtschwärmer“ (Öl auf Leinwand) ohne Publikum zu eröffnen.

Nomen est omen. Das Ausnahme-Talent Rita Sundari (kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „die Schöne“) Stern wirkt mit ihrer Aura, so wie ihre Bilder, fast wie von einem anderen Stern. In der Galerie Breyer sind ihre Werke erstmals in Baden bis Ende Mai zu sehen.

Stern bewegt sich im Phantastischen Realismus, gelernt hat sie in erster Linie und am Meisten, wie sie sagt, von ihrem Künstlervater und Mentor Rainer Stern, einem Phantasten der Wiener Schule, sowie von Ernst Fuchs, bei dem sie parallel studierte. Ihre Bildsprache ist deutlich und klar, genauso klar fokussiert sie ihre Motive. So „erscheint“ etwa auf einem ihrer Bilder ein realistisch, fast naturgetreu gemalter, Nachtschwärmer überdimensional und majestätisch vor dem Jupitermond Europa. Schicht für Schicht in feiner Lasurtechnik entstanden, zieht das Gesamtkunstwerk den Betrachter in seinen Bann. „Alles, was im Kleinen des Mikrokosmos vorhanden ist, spiegelt sich im Großen des Makrokosmos wider“, sagt Stern.

Drei zentrale Themen sind ihre Inspirationsquellen und Sujets ihrer Arbeiten: Schönheit, menschliche Spannungsfelder und das Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit. Schönheit „verbildlicht“ sie in ihren Porträts von Angelina Jolie, Grace Kelly und Audrey Hepburn über Privatpersonen bis zu der Schönheit als Huldigung des Todes in der Darstellung von ornamental geschmückten Tierschädeln. Zwischenmenschliche sowie innerliche Spannungsfelder faszinieren sie genauso wie das Filtern von Licht aus der Dunkelheit.

Parallel entsteht Zyklus „Tanz der Massai“

Sterns künstlerische Intention ist es, das Licht und das Objekt per se aus dieser Dunkelheit des Schattens, des tiefen Schwarz ihrer Kohlearbeiten zu holen. Bezüglich der Spannungsfelder tiefgründige Fragen im Vordergrund. Wie viel gibt man von sich preis, in wie weit geht man aus sich heraus und wie viel behält man für sich? Wo gibt es Transparenz, wo Opazität? Zeigen und verbergen, hell und dunkel, die Künstlerin bedient sich aller Mechanismen, um diese Yin-Yang-Einheiten in ihren Bildern zu vereinen und doch auch in ihrer Individualität zu zeigen.

Parallel zu den „Nachtschwärmern“ arbeitet Rita Stern an dem Zyklus „Tanz der Massai“, eine ausdrucksstarke, bewegte Serie, die unter dem Stern der Schönheit steht.