Mehr E-Autos als Diesel im Bezirk Baden

Erstmals wurden in Niederösterreich mehr reine Elektroautos neu zugelassen als Dieselautos. Neue und gebrauchte Pkw sind aber aktuell Mangelware.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 04:35
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Foto: NÖN

Auch wenn Elektrofahrzeuge auf Österreichs Straßen nach wie vor stark in der Minderheit sind – Elektroautos machten im vergangenen Jahr österreichweit etwa 0,87 Prozent aller zugelassenen Pkw aus – zeichnet sich vor allem in Niederösterreich eine deutliche Zunahme an Erstzulassungen ebendieser ab.

Das zeigt sich auch im Bezirk Baden, wurden im August 2021 schließlich nahezu doppelt so viele elektrobetriebene Autos angemeldet wie herkömmliche Dieselautos. Allgemein ist die Lage am Automobilmarkt jedoch angespannt, wie auch Händler aus dem Bezirk Baden berichten. So meint etwa Joachim Schattschneider, Verkaufsleiter des Badener Autohauses BMW Bierbaum: „Wir haben derzeit eine Situation, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Der Mangel an Chips und Halbleitern zwingt die Hersteller entweder, die Produktion zu stoppen oder wie im Falle BMW, Fahrzeuge zu bauen, wo teilweise wichtige Ausstattungen fehlen.“

„Es gibt sehr wenig Ware auf dem Markt und diese ist um circa 10 Prozent teurer als noch vor einem halben Jahr. Die Nachfrage wäre an sich gut“
Joachim Schattschneider, Verkaufsleiter des Autohauses BMW Bierbaum

Eine seriöse Prognose bezüglich Lieferzeiten oder auch der Fertigung diverser Sonderausstattungen anzustellen sei kaum möglich, da es fast stündlich zu Änderungen seitens der Werke komme. Der Gebrauchtwagenmarkt sei ähnlich stark betroffen: „Es gibt sehr wenig Ware auf dem Markt und diese ist um circa 10 Prozent teurer als noch vor einem halben Jahr. Die Nachfrage wäre an sich gut“, so Schattschneider.
Den Elektroautomarkt betreffend meint der Verkaufsleiter, dass 80 Prozent der Fahrzeuge an Firmenkunden verkauft würden, die restlichen 20 Prozent demnach an Privatkunden.

„Viele überlegen, ob sie sich in der derzeitigen Situation überhaupt einen neuen Wagen anschaffen sollen.“
Thomas Sames, Geschäftsführer Autohaus Sames

Der Preis spiele hier eine große Rolle, bekämen Firmen nämlich höhere Förderungen. Gebrauchte Elektroautos hingegen gingen laut Schattschneider zu 70 Prozent an Privatpersonen. Der Berndorfer Thomas Sames, Geschäftsführer vom ebenfalls in Berndorf ansässigen Autohaus Sames, kann Schattschneider nur beipflichten: „Durch den Rohstoffmangel und vor allem dem Chipmangel, verlängert sich die Wartezeit massiv, was zunehmend natürlich auch die Kunden verärgert. Viele überlegen, ob sie sich in der derzeitigen Situation überhaupt einen neuen Wagen anschaffen sollen.“

Die Wartezeit reiche von einem halben bis einem ganzen Jahr, wie er seitens mehrerer Kollegen hörte. Der Verkauf von strombetriebenen Fahrzeugen spiele in Sames Betrieb keine tragende Rolle, wenn gingen E-Autos hauptsächlich an Firmenkunden, doch auch diese Zahl sei zu vernachlässigen, meint der Experte.

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