Bücher als Chance für Kinder in Peru. Eine emigrierte Vöslauerin und ihr Partner bauen in Peru Schulbibliotheken auf, um Kinder zum Lesen und Träumen zu bringen.

Von David Steiner. Erstellt am 12. November 2020 (03:33)
Michaela Genitheim aus Bad Vöslau lebt in Peru.
privat

Das Projekt „Libros Para Crear Oportunidades“ oder „Bücher, die neue Möglichkeiten schaffen“ verfolgt das Ziel, in ländlichen Regionen Perus Schulbibliotheken mit gesammelten Büchern aufzubauen. Seit etwa fünf Jahren arbeitet die emigrierte Bad Vöslauerin Michaela Genitheim an dem Projekt mit. Es wurde 2014 von ihrem Partner Javier Gamboa ins Leben gerufen.

„‚Ahora es Cuando‘ (‚Jetzt ist Wann‘) ist das Motto und die treibende Kraft hinter dem Projekt. Lesen soll Kinder zu einer besseren Zukunft inspirieren“, erklärt Genitheim. Kleinere Dörfer in der Region in den peruanischen Anden würden oft mit Lehrermangel kämpfen. Höhere Schulen gebe es meist nur in Städten. „Familien werden getrennt, wenn ein Elternteil mit dem Kind zwecks Ausbildung in größere Orte ziehen muss“, schildert die emigrierte Bad Vöslauerin.

Bücher als Schlüssel zu höherer Schulbildung

Ein freier Zugang zu Büchern im Volksschulalter legt einen wichtigen Grundstein. „Wir sehen schon seit einigen Jahren, wie die Bücher Kinder zum Lesen und Träume schmieden anregen“, erzählt Genitheim. Mehr als fünfzig Kinder aus den unterstützen Dörfern seien heute an höheren Schulen oder Universitäten. Seit Projektgründung konnten 130.000 Bücher gesammelt und 44 Bibliotheken eingerichtet werden.

Dass jedes Schulkind in der Region Sucre, Ayacucho im Südwesten Perus einen freien Zugang zu Büchern hat, ist ein Herzenswunsch von Initiator Javier Gamboa. Aktuell werden Spenden für einen Lkw gesucht, damit die zuletzt gesammelten Bücher von der Hauptstadt Lima durch die hohen Anden nach Ayacucho gelangen können.