Der Nahversorger bleibt

Seit vergangener Woche hat das Lebensmittelgeschäft einen neuen Geschäftsführer. Gründer Gerhard Posset vom Verein Startbahn erinnert sich an die Anfänge.

Erstellt am 10. Januar 2019 | 08:12
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Freude über weitere Nahversorgung in Gainfarn, nicht zuletzt dank 1478 Unterschriften: Gemeinderäte Emma Kerper und Robert Sunk, Hans Bungenstab, Stadtamtsdirektor Kurt Wieland, Stadtrat Karl Wallner, Landtagsabgeordnete Elvira Schmidt, Vorstandsvorsitzender Startbahn Gerhard Posset, der neue Betreiber Krister Stummvoll, Bürgermeister Christoph Prinz und Startbahn-Geschäftsführer Karl Masanec.
Foto: Helga Nitsche

Vor 22 Jahren wurde der Grundstein für den Verein Startbahn gelegt. Mit Unterstützung des Arbeitsmarktservice NÖ konnte die Arbeits- und Beschäftigungsinitiative gegründet werden. Ziel war es, arbeitsmarktfernen Personen für ein halbes Jahr (und ab 2019 für 3-Monate) ein vollversichertes Dienstverhältnis zur Verfügung zu stellen und die Menschen jobfit zu machen.

120 Frauen waren als Transitkräfte beschäftigt

Gerhard Posset, Vorstandsvorsitzender Verein Startbahn erinnert sich an die Anfänge: „Im Jahr 2004 eröffneten wir in der Brunngasse 5 ein Lebensmittelgeschäft als Nahversorger, um den Anrainern in diesem Ortsteil eine Einkaufsmöglichkeit zu bieten. Das dazugehörige Kaffeehaus mit Imbissstube und Gastgarten ist ein beliebter Treff- und Begegnungsort geworden. Wir übernahmen im Zuge der Schließung der Trafik in der Hauptstraße den Tabakwarenhandel und sind zu gleich eine Lotto-Toto-Annahmestelle, welche wir als zusätzliche Serviceleistung für die BewohnerInnen von Gainfarn und Großau anbieten“. Seit dem Jahre 2009 wurde man auch Postpartner.

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2012 fand die Eröffnung mit dem Markennamen „Nah & Frisch“ statt.

Im Nahversorger waren von 2004 bis heute rund 120 Frauen als Transitmitarbeiterinnen sowie drei sogenannte Schlüsselarbeitskräfte, also Fixangestellte seit Beginn des Geschäftes beschäftigt. Seit Betreiben des Nahversorgers konnten circa 40 Prozent Frauen in den Regelarbeitsmarkt vermittelt werden.

„Wie bereits aus den Medien zu entnehmen war, sind seitens der Bundesregierung massive Kürzungen bei AMS geförderten sozialen Projekten, im speziellen im arbeitsmarktpolitischen Kontext getätigt worden“ erklärt Posset das vorläufige Aus für den Nahversorger. „Diese Sparmaßnahmen hatten zur Folge, dass Startbahn, trotz des laufenden Betriebes, der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz und unseren sozialen Engagements leider mit einer Personalreduktion im Bereich der Transitmitarbeiter sowie Schlüsselarbeitskräfte einhergeht“. Insgesamt verloren mit Ende des Jahres 11 Schlüsselarbeitskräfte ihren Job und es tritt eine Reduzierung von Transitarbeitsplätzen ab Beginn 2019 in Kraft.

Dank Unterschriften Nachfolger gefunden

Knapp 1.480 Unterschriften konnten durch die Initiative einer Privatperson, für den Erhalt des Nahversorgers, gesammelt werden. „Dank dieser Unterschriften ist es gemeinsam mit der Stadtgemeinde Bad Vöslau gelungen, einen neuen Betreiber für den Nahversorger Gainfarn zu finden“, erläutert Posset.

Seit 2. Jänner bemüht sich nun der Geschäftsführer der roksgmbh, Krister Stummvoll, mit seinem Team in denselben Bereichen Café/Imbiss, Post, Tabakwarenfachhandel, Lotto-Toto-Annahmestelle sowie Feinkost um die Anliegen der Kunden.

„Der Vereinsvorstand von Startbahn sowie alle Schlüsselkräfte, besonders das Nahversorger-Team möchten sich bei unseren Stammkunden für das jahrelange Vertrauen sowie Treue, die uns entgegengebracht wurde, sehr herzlich bedanken“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Vereins Startbahn.