Ende der Amtszeit: Weinkönigin Julia zieht Bilanz. Julia Herzog war ein Jahr lang Österreichische Weinkönigin. Mit der NÖN sprach sie über ihre Erfahrungen.

Von Christian Dusek. Erstellt am 28. August 2019 (11:09)
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Julia Herzog will sich jetzt wieder stärker auf die Arbeit beim Weingut und Brunnenheurigen konzentrieren. Den Gästen und ihren Eltern wird das sicher viel Freude bereiten.
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Als sie die Bundesweinkönigin-Krone aufgesetzt bekommen hatte, habe es sich angefühlt, „als würden mir Nägel durch den Kopf gehen – aber es waren nur Haarspangerl“, erinnert sich Julia Herzog lachend an ihre Premiere am 6. Juni 2018. In der Vorwoche hat sie ihre Krone an ihre Nachfolgerin Tatjana I. aus dem Burgenland weitergegeben.

„Verständnis“ als Zauberwort

„Das Jahr war eine große Herausforderung für mich“, gibt sie unumwunden zu, „und hat mich persönlich weitergebracht“, ergänzt sie. Sie sei ohne Erwartungen an die Aufgabe herangegangen, wollte den Moment genießen und in ihrer Funktion andere mit ihrer Begeisterung für das Produkt Wein begeistern.

Häufig fällt im Gespräch mit Julia Herzog das Wort „Verständnis“. „Man lernt sehr viele neue Leute kennen, und lernt natürlich dabei auch, sie zu verstehen“. Nicht immer sei alles perfekt nach Plan gelaufen: „Man lernt am Meisten aus den Situationen, bei denen man nicht alles richtig gemacht hat. Aber nach dem Hinfallen heißt es dann eben wortwörtlich: Aufstehen und Krone richten“.

Ihren aufregendsten Moment als Bundesweinkönigin hat sie beim Bauernbundball im Austria Center erlebt, als sie vor rund 5.000 Menschen sprechen durfte: „Ich habe bei dieser Gelegenheit die Bedeutung des Weins als Lehrmeister für Geduld, Kraft und Beständigkeit erklärt“, erinnert sie sich. „Eine Weingartenanlage wird erst nach 25 Jahren rentabel, die älteste Rebe der Welt in Maribor steht seit über 400 Jahren und der älteste Wein mit über 1.700 Jahren wurde aus der Römerzeit gefunden“, weiß die Jungwinzerin.

Aufregend sei für sie gewesen, ihre Heimat von einer anderen Seite kennenzulernen.

Ob sie ihre Rolle auch genutzt habe, um Werbung für die Weinstadt Bad Vöslau zu machen? „Bad Vöslau trägt man ja automatisch mit sich“, lächelt sie verschwörerisch. „Ich hoffe, etwas mehr Bewusstsein für das Produkt Wein und die Landwirtschaft beigetragen zu haben“.