Freundin „eingesperrt“. Ein Mann hat seine Freundin wegen „berechtigter Sorge“ in der Wohnung eingesperrt – war es Freiheitsberaubung?

Von Bernhard Steinböck. Erstellt am 19. Dezember 2018 (10:19)
Die Frau sollte sich im Drogenrausch nicht selbst verletzen.
NÖN

Ein 32-jähriger Mann musste sich wegen schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung vor Gericht verantworten. Es soll seine Freundin von Mai bis August mehrfach geschlagen haben und im September dann am Verlassen der gemeinsamen Wohnung gehindert haben.

Die Frau soll dabei ein blaues Auge, einen Bruch des Steißbeins und eine Schädelprellung erlitten haben. Außerdem soll der Mann, gegen den auch ein Waffenverbot erlassen wurde, einen Pfefferspray besessen haben. Zum Spray bekannte sich der Angeklagte schuldig, ansonsten aber nicht. Sein Anwalt führte weiter aus, dass es eine Beziehung zwischen zwei drogensüchtigen Menschen war, „die für beide nicht gerade einfach gewesen sein dürfte“.

In „desolatem Zustand“ nach Hause gekommen

Die Frau dürfte öfter massive Mengen von Drogen konsumiert, dann die Wohnung verlassen haben und soll in völlig desolatem Zustand heimgekommen sein – ohne genaue Erinnerung, was passiert war.

Am Tag der angeklagten Freiheitsberaubung hätte der Schlüssel des Opfers wie immer in einer Schale im Vorzimmer gelegen. Der Angeklagte habe nur mit seinem Schlüssel die Wohnungstür versperrt, um zu verhindern, dass sie „voll zugedröhnt“ auf die Straße gehe.

„Er machte sich einfach Sorgen, weil sie öfter verletzt heimgekommen ist.“ Auch der angeklagte Steißbeinbruch sei schon eine Woche zuvor passiert und ebenfalls bei einem dieser „Ausflüge“ des Opfers.

Der Prozess wurde vertagt.