Keine Post: Kängurus warten auf Futter. Die Kängurus von Wolfgang Zamazal warten schon seit über zwei Wochen auf ihre Futterlieferung aus Deutschland.

Von Roland Weber. Erstellt am 24. Oktober 2019 (03:05)
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Erich ist ein Parma-Kängeruh. Die Art ist vom Aussterben bedroht.
Weber

Rund alle sechs Wochen wurde bisher das Futter für die Kängurus beim Schutzhaus am Harzberg durch DHL problemlos direkt angeliefert.

Dabei handelt es sich um Spezialfutter aus Deutschland, das in Säcken von über 200 Kilogramm verpackt und für die Tiere neben dem Grünfutter lebensnotwendige Nahrungsmittelgrundlage ist.

Seit Anfang Oktober ist Schluss. Die Post als Nachfolgerin des bisherigen Lieferanten weigert sich die Futterpakete – sieben Stück zu je 30 Kilogramm – zuzustellen. Das Schutzhaus liegt, so die Begründung, nicht im Kerngebiet. Und damit nicht genug: „Wir haben im Ort zufällig den zuständigen Paketfahrer getroffen und der hat uns mitgeteilt, dass ihm von übergeordneter Stelle untersagt wurde, die Pakete zu liefern“, ärgert sich Betreiber Wolfgang Zamazal. Denn „die Post ist verpflichtet, Pakete und Briefe zuzustellen und es handelt sich hier ja nicht um eine kleine Briefsendung, die ich einfach abholen kann.“

„Wir sind über eine Forststraße problemlos erreichbar und das auch mit schweren Fahrzeugen und natürlich auf im Winter"

Die dürftige Begründung der Post lässt er nicht gelten: „Wir sind über eine Forststraße problemlos erreichbar und das auch mit schweren Fahrzeugen und natürlich auf im Winter. Schließlich bekommen wir ja auch Holz und Getränke geliefert. Auch die Einsatzfahrzeuge können direkt bis zur Hütte fahren. Die Lkw sind sogar bis zu 24 Tonnen schwer.“ Verwundert zeigt er sich auch darüber, dass er erst durch Zufall von der Anliefer-Verweigerung erfährt. „Es ist unzumutbar, vom Empfänger zu verlangen, ohne Zustellversuch – jedoch mit der falschen Begründung, der Empfänger konnte nicht angetroffen werden – die Pakete von einem sporadisch geöffneten Postpartner (Anm.: Postamt seit Sommer geschlossen) abzuholen“, schreibt Zamazal in einer E-Mail, welche der Redaktion vorliegt.

Bei der Post AG will man sich um das Problem „rasch“ kümmern, und ersucht um Geduld bei der Bearbeitung. Zamazal wartet jedoch seit über zwei Wochen auf die Lieferung Futter. Mittlerweile sind die Reserven aufgebraucht. Kurz vor Redaktionsschluss teilte die Post mit, dass man, sofern es eine Zufahrtsmöglichkeit gibt, der Lieferverpflichtung nachkommen werde. Warum das bisher nicht geschehen sei, könne man noch nicht beantworten. Die Post verspricht eine Lösung und sagt, dass man mit dem Kunden in Kontakt sei.