Lehrreicher Neustart beginnt in der Garage. Mithilfe des AMS-Ausbildungsprogrammes AQUA kann junger Mann im Bezirk Baden seinen Berufsabschluss nachholen.

Von Roland Weber. Erstellt am 31. Oktober 2019 (03:20)
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Thomas (r.), Kai Gaffga (2. v. r.), Claudia Schweiger, Catrin Mayerhofer-Trajkovski und Jana Kleppek (v. l.) arbeiten am Prüfungserfolg.
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Was lange währt, wird endlich gut. Das gilt im speziellen Fall für Thomas. Er holt - so der Zeitplan - in wenigen Monaten seine Gesellenprüfung als Automechaniker nach, die er vor über zehn Jahren nicht abgeschlossen hat.

Ein Unfall zwang den ehemaligen Berufssoldaten zum Jobwechsel. Thomas arbeitete zwar in unterschiedlichen Berufen, der ersehnte Lehrabschluss blieb aber auf der Strecke. Schließlich erfuhr der junge Mann vom Programm AQUA, des Arbeitsmarktservice (AMS) Das Kürzel steht für „Arbeitsplatznahe Qualifizierung“ und richtet sich an Personen über 18 Jahre, die einen Lehrabschluss nachholen wollen, aber genauso auch an Wiedereinsteiger und Personen mit Migrationshintergrund. „Ich trage als Familienvater Verantwortung und möchte, dass ich einen Berufsabschluss habe“, erklärt er.

Zusammenarbeit bringt allen Seiten Vorteile

Die Vorteile der Arbeitskraftvermittlung sind sowohl für das AMS, wie auch für den Ausbildnerbetrieb und den Auszubildenden gleichermaßen vorhanden. „Für uns ist es wichtig gut ausgebildete Mitarbeiter in den Arbeitsprozess zu integrieren“, erklärt Jana Kleppek vom Service für Unternehmen des AMS Badens. Geschäftsstellenleiterin Claudia Schweiger ergänzt, dass „durch diese Maßnahme der hohe Fachkräftemangel reduziert werden kann. Das Unternehmen wiederum kann den passenden Mitarbeiter zeitnah nachbesetzen, da er ja im Betrieb die entsprechende Ausbildung absolviert.“

Kai Gaffga, Inhaber von Kai‘s Garage in Bad Vöslau bekräftigt: „Es hat sich gut ergeben, da ich gerade einen Mitarbeiter gesucht habe. Thomas wurde mir dann rasch vermittelt und gemeinsam haben wir den Ausbildungsplan festgelegt.“

Dass die kommenden Monate bis zur Abschlussprüfung nicht einfach werden, wissen alle Beteiligten. Die größte Herausforderung für den jungen Mann ist, dass sich in den vergangenen Jahren die Anforderungen an den Beruf und das technische Hintergrundwissen extrem stark geändert haben.

Die verantwortliche Projektbetreuerin von AQUA für Niederösterreich Süd, Catrin Mayerhofer-Trajkovski betont: „Die Unternehmen tragen lediglich die Ausbildungskosten, eine einmalige Einreichgebühr sowie ein monatliche Betreuungspauschale.“

Ein zweiter Vorteil sei, dass die praktische Ausbildung höchstens halb so lange dauern darf, wie die normale Lehrzeit. Vorkenntnisse werden berücksichtigt. Der Arbeitnehmer ist über das Arbeitsmarktservice versichert. Geplant ist, dass der Mitarbeiter nach dem Abschluss im Betrieb bleibt.