Rauchfreie Gastronomie: Nur der Herd dampft noch. Als Anreiz zur Umstellung auf reine Nichtraucherlokale winkt jetzt für Gastronomen auch eine offizielle Plakette der Stadtgemeinde Bad Vöslau.

Erstellt am 04. Mai 2018 (05:48)
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Raucherschutz Bad Vöslau
Anita Tretthann, Alexander Steinmeyer, Andrea Schmid, Julia Herzog, Martin Reischer, Doris und Bernd Sunk
zVg

Auf Initiative der Gesundheitsstadträtin Anita Tretthann (Liste Flammer) hat sich auch die Stadtgemeinde dazu entschlossen, eine Plakette für ein „Rauchfreies Bad Vöslau“ zu gestalten. Betriebe, die sich bereits entschieden haben oder es vorhaben, können die Plakette erwerben. Tretthann hat sich bei bereits rauchfreien Betrieben erkundigt, wie die Umstellung war.

Julia Herzog vom Brunngassenheurigen in Gainfarn: „In unserem Heurigenlokal wird seit einem Jahr nicht mehr geraucht. Einen Nichtraucherbereich gibt es bei uns schon seit der Neueröffnung unseres Lokales im Jahr 2001. Damals wurden wir für dieses Stüberl ein wenig belächelt. Heute erwarten viele unserer Gäste ein komplett rauchfreies Lokal. Im geschützten Innenhof darf nach wie vor geraucht werden“.

"Die positive Resonanz war bei Weitem größer als wir uns das je zu träumen gewagt haben"

Auch Gerlinde Karner vom Weingut Karner in Großau hat ihre Erfahrungen gemacht: „Ich möchte nicht bestreiten, dass wir eine Handvoll Kunden vor den Kopf gestoßen haben, aber die positive Resonanz war bei Weitem größer als wir uns das je zu träumen gewagt haben. Das Gegenteil ist eingetreten, wir wurden gelobt vom Großteil der Kunden für die Courage und dazu ermutigt, dass wir das durchziehen“.

Nach einem Umbau im Vorjahr hat Elisabeth Schachner, Weinbau Riegler-Dorner in Großau, komplett auf Nichtraucher umgestellt: „Die Gäste haben zum größten Teil positiv darauf reagiert und ich erhalte immer wieder die Rückmeldung, dass es wesentlich angenehmer ist, in einer rauchfreien Umgebung das Essen und Trinken bei uns zu genießen“.

„Prädikate wie „Gesunde Gemeinde“ und „familienfreundliche Gemeinde“ zwingen mich fast, auf das Thema zu reagieren. Der Weg und die Entscheidung basieren aber auf Freiwilligkeit“, betont Tretthann.