Schirk legt Ämter zurück. Bad Vöslau / SP-Stadträtin Elisabeth Schirk (56) kehrt der Stadtpolitik den Rücken. Ihre Agenden werden voraussichtlich Karl Wallner und Michael Vozi-Kolbinger übernehmen.

Von Barbara Zedlacher. Erstellt am 08. September 2014 (08:24)
Für Karl Wallner kam Elisabeth Schirks Entschluss sehr überraschend: »Sie war eine sehr liebe Kollegin, eine Sozialdemokratin, auf die man sich immer verlassen konnte.« Foto: SPÖ
NOEN, SPÖ
Sie habe lang überlegt, aber ihre Entscheidung steht fest: SPÖ-Stadträtin Elisabeth Schirk legt nach zehn Jahren all ihre Funktionen in der Stadtpolitik nieder und wird sich künftig nur mehr ihrem Beruf als parlamentarische Mitarbeiterin von Nationalrat Otto Pendl (SPÖ) widmen.

„Der Tonfall ist rauer geworden“

„Wenn ich mit meiner Entscheidung noch länger gewartet hätte, wäre wegen des bevorstehenden Gemeinderatswahlkampfes viel mehr Schaden entstanden“, sagt Schirk.

Es gebe keinen speziellen Grund für ihre Entscheidung, aber so viele Jahre in der Oppositionspolitik zu arbeiten, zehre schon sehr an den Nerven, außerdem könne sie sich zunehmend durch ihren Hauptberuf nicht mehr mit aller Energie und Zeit dieser Aufgabe widmen.

„Mein persönlicher Zugang in der politischen Arbeit war immer Konsens vor Konflikt“, das werde aber leider nicht von allen Politikern so gesehen, „der Tonfall ist rauer geworden“, so die Stadträtin.

Vor rund zehn Jahren hat Elisabeth Schirk in der Gemeindepolitik angefangen, „von heut auf morgen, von Null auf Hundert“, ihre erste Stadtparteisitzung war im Oktober 2004. Den Entschluss, aktiv politische Arbeit zu leisten, kam ihr bei den zahlreichen Diskussionen mit ihren zwei Söhnen (damals 15 und 11 Jahre alt).

„Ich bin stolz auf den Umbau des Kursalons“ 

„Ich wollte den Kindern zeigen und vorleben, dass man aufstehen und aktiv was tun muss, wenn man eine Veränderung erreichen will“, sagt Schirk. Zu den Projekten, auf die sie in ihrer Karriere besonders stolz ist, zählt der Umbau des Kursalons. In ihrer ersten Periode war sie Liegenschafts-Stadträtin und somit hautnah am Geschehen. Schirk: „Da sind so viele unvorhergesehene Sachen passiert. Beispielsweise war da plötzlich Asbest und wir mussten eine darauf spezialisierte Firma finden, die den rasch beseitigt.“

Die Entwicklung des Restaurants im Kursalon täte ihr echt leid, so Schirk, sie wäre prinzipiell keine Befürworterin von Auslagerungen, aber in Vöslau wäre das ratsam. Dann könne man die Gastronomiebetriebe am Harzberg, die Rathaus Stub’n, und die Restaurants in der Thermenhalle und im Kur- salon an einen Geschäftsführer auslagern.

„Besonders stolz bin ich auch darauf, den Fall Sandmayer aufgedeckt zu haben. Das war eine schlimme Servituts-Geschichte, in die Direktor Zorn verwickelt war und die schließlich ein Happy-End gefunden hat“, erzählt Schirk.

Freude auf mehr Freizeit und Urlaub

Für ihre Fraktionskollegen täte ihr dieser Schritt wirklich leid, sie hoffe, dass niemand sich im Stich gelassen fühle. „Wenn ich gefragt werde, bringe ich mich auch gerne in Zukunft bei gewissen Themen ein“, blickt Schirk in die Zukunft, die nun mehr Freizeit und Urlaub bringen wird. Denn in den letzten zehn Jahren verwendete sie an die zwei bis drei Urlaubswochen im Jahr nur für die Termine der politischen Gemeindearbeit.

Und wenn sie zurückblickt? Dann bezeichnet sie ihre Arbeit als „spannend, lehrreich, aber phasenweise auch als sehr emotional“ wie im Mediationsverfahren zur Moschee. „Ich werde nie aufhören, mit offenen Augen durch Vöslau zu gehen beziehungsweise zu radeln.“