Bad Vöslau: Shitstorm nach Facebook Posting

Einen Shitstorm erntete die „Rathaus-Post“ der Stadtgemeinde Bad Vöslau vor wenigen Tagen auf Facebook, nachdem eine Empfehlung von der BH Baden als Maßnahme gegen die Bekämpfung von Corona nicht nur zum regelmäßigen Testen, sondern auch das Melden von Verdachtsmomenten über unerlaubte Zusammenkünfte gepostet wurde.

Erstellt am 29. März 2021 | 11:52
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Screenshot der Rathaus Post Bad Vöslau auf Facebook.
Foto: Usercontent, NÖN

Das sorgte für eine Welle der Entrüstung und einige Bürger ließen ihrem Ärger auch freien Lauf. „Wer seine Nachbarn verraten würde, hätte keine Würde. Ein Verrat käme nie infrage“, schrieb unter anderem einer der verärgerten Bürger. „Der Bürgermeister würde einfach alles weiterleiten, ohne zu wissen, wie man genau die Inzidenzzahlen berechnet“ war ein weiterer Kommentar.

Die Reaktion auf den Shitstorm folgte auch sehr rasch in Form eines weiteren Postings in der „Rathaus Post“ durch den Bürgermeister der Stadtgemeinde Vöslau, Christoph Prinz (Liste Flammer). Er bedankte sich darin bei allen Schreibern, die sich Gedanken zu diesem Thema machen und zeigte auch Verständnis für den Ärger. Wichtig wäre es, in diesen schweren Zeiten trotz verschiedener Meinungen einen gemeinsamen Weg zu finden, um rasch aus der Krise zu kommen.

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass der gemeinsame Feind die Pandemie sei und nicht die BH Baden. Es würde versucht, durch die diversen Maßnahmen zum Eindämmen der Infektionszahlen das Erkranken und Sterben möglichst zu verhindern. Die Situation wäre sehr ernst und man müsse gemeinsam versuchen, eine Absperrung des Bezirkes Baden auszuschließen. Denunziantentum wäre natürlich abzulehnen, aber um nicht derselben Situation ausgesetzt zu sein wie Wr. Neustadt, wird die Bevölkerung zur Zusammenarbeit aufgerufen. 

Aufruf zur Zusammenarbeit

„Als Bürgermeister steht es mir nicht zu, Formulierungen der Bezirksverwaltungsbehörde abzuändern. Ich kann sie aber interpretieren. Ich interpretiere die Ankündigung von verstärkten Polizeistreifen, das Ersuchen um Meldung von Verstößen gegen geltendes Recht sowie die Erinnerung, sich bitte testen zu lassen und soziale Kontakte einzuschränken, als Zeichen, wie ernst die Lage für unseren Bezirk ist.“, schreibt Bürgermeister Prinz in seiner persönlichen Stellungnahme. In dieser wird auch zur Zusammenarbeit aufgerufen, um die Pandemie zu besiegen. Das wären zwei Sätze, die sich nicht widersprechen. Aktuell gerade sieht es in Bad Vöslau und im ganzen Bezirk Baden nach einer überaus ernsten Situation aus. Die Inzidenzzahlen sind in Bad Vöslau bereits über 400, für den ganzen Bezirk nicht mehr weit von 400 entfernt. In seinem Abschlusssatz bittet Bürgermeister Prinz um eine Zusammenarbeit seitens der Bevölkerung.