Vertrag verlängert: Wirbel um Steinbruch-Abbau. Der Sanierungsabbau im Steinbruch Gainfarn sollte ursprünglich im November 2018 beendet sein, Kritik kommt von der Grünen Anrainerin Marta Glockner.

Von NÖN Redaktion. Update am 29. Januar 2019 (14:52)
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Die Arbeiten im Steinbruch werden weiter genehmigt.
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Seit 2011 darf die Firma Mayer & Co GmbH laut einem schon damals umstrittenen Gemeinderatsbeschluss im Steinbruch Gainfarn einen Sanierungsabbau betreiben. Diese Sanierung – und somit die Berechtigung – sollte im November 2018 enden.

„Die Lebensqualität der Bewohner in der Brunngasse, Kottingbrunnerstrasse und Gerichtsweg ist durch die 40-Tonner enorm beeinträchtigt. Riesige, scheppernde Muldenlaster donnern durch viel zu enge Straßen, an Kindergärten, Schulen, unseren Häusern und unseren gepflegten Grundstücken vorbei in unser Naturschutzgebiet Biosphärenpark Wienerwald“, zürnt die Grüne Gemeinderätin Marta Glockner, die selbst am Gerichtsweg wohnt.

40-Tonner fahren jetzt doch noch bis 2030

Anrainer berichten, dass die Auflagen von maximal 12 Lkw-Fahrten pro Tag im Sommer bei laufendem Betrieb weit überschritten werden. „Von Kontrolle durch die Stadtgemeinde keine Spur“. Stattdessen werde das „Problem von der Liste Flammer heruntergespielt“. Jetzt wurde der Vertrag bis 2030 ohne Gemeinderatsbeschluss verlängert.

„Ich wollte mich erkundigen, wie viele Lkw laut Vertrag fahren dürfen und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass der Abbau im Steinbruch für weitere 12 Jahre, also bis 2030 genehmigt wurde. Der Abbau hätte aber laut Auflage der BH Baden eigentlich schon 2018 beendet werden müssen. Auch die Stadtgemeinde hat der Verlängerung zugestimmt. Und zwar ohne den Gemeinderat zu befassen“, empört sich Glockner.

Bürgermeister Christoph Prinz (Liste Flammer) ist um Aufklärung bemüht: „Die grüne Gemeinderätin scheint hier etwas zu verwechseln: Zum Einen gibt es zwei Steinbrüche – einen in Rohrbach, dessen Fuhren aber den gleichen Weg benutzen. Und zum Anderen die ehemalige Schwarzsandgrube, von der sich nur ein kleiner Teil des Grundstücks auf gemeindeeigenen Boden in Gainfarn befindet“.

Die Verkehrs-Staub und Lärmbelastung beeinträchtige die Lebensqualität der Anrainer, so die Kritik.
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In der Vergangenheit habe die Firma Mayer weniger abgebaut als möglich gewesen wäre – man sei nicht fertig geworden. Es gäbe auch regelmäßige Prüfungen eines Ziviltechnikers, der bis heute korrekte Abläufe attestiert. Auch das Argument der Umweltschädigung wischt Prinz beiseite: „Im Zuge des Abbaus ist die zuständige Firma auch mit einem Kultivierungsauftrag verpflichtet. Diese Neu-Bepflanzung wird ebenfalls kontrolliert – nachdem die Arbeiten aber noch nicht abgeschlossen sind, wird die Kultivierung erst danach gemacht“.