Vöslauer AG und Gemeinde kooperieren bei Villa Pereira. Gebäude wird totalsaniert, erweitert und als neuer Firmensitz dienen. Gastronomie und dazugehöriger Park haben weiterhin „öffentlichen Charakter“.

Von Christian Dusek. Erstellt am 01. Mai 2018 (05:19)
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Hat seine besten Tage doch noch vor sich: Das Café Thermalbad wird generalsaniert und Hauptsitz der Vöslauer Mineralwasser AG.

Nachdem in der Gemeinderatssitzung im Juni 2017 überraschend der Ankauf der Villa Pereira mitsamt umliegenden Areal durch die Gemeinde beschlossen wurde, gab es in den vergangenen Monaten zahlreiche Ideen innerhalb der Vöslauer Parteienlandschaft für die Nutzung der Liegenschaft Café Thermalbad, die auch offen diskutiert wurden. Eine Arbeitsgruppe, in der alle Fraktionen vertreten waren, wurde eingerichtet.

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Stadtchef Christoph Prinz und Stadtrat Harald Oissner bei der Besichtigung des künftigen Vöslauer-Firmensitzes.

Ziel war es, ein kostendeckendes und zukunftsorientiertes Konzept zu entwickeln, bei dem sowohl die Sanierung der denkmalgeschützten Villa Pereira als auch die Nutzung des Kaffeehauses und der Erhalt des umliegenden Areals gewährleistet sind.

Bürgermeister Christoph Prinz (Liste Flammer) führte parallel dazu auch Gespräche mit der Vöslauer Mineralwasser AG, um etwaige Möglichkeiten und gemeinsame Nutzungen zu überlegen. Gemeinsam mit Vertretern der Ottakringer Getränke AG beziehungsweise der Vöslauer Mineralwasser AG (namentlich Sigi Menz, Alfred Hudler, Herbert Schlossnikl und Birgit Aichinger) wurde nun laut Prinz eine in jeder Hinsicht optimale „Vöslauer Lösung“ entwickelt.

Gespräche mit Vöslauer brachten Ergebnisse

Die Vöslauer Mineralwasser AG erwirbt die Flächen mit der denkmalgeschützten Villa Pereira, dem dahinter liegenden Wirtschaftsgebäude und dem kleinen Kiosk am Straßeneck. Nach den Richtlinien des Denkmalschutzes wird die Villa Pereira saniert und mit einem daran anschließenden Neubau, der mit einem begrünten Dach harmonisch in den Hang eingefügt wird, als neue Firmenzentrale fungieren. Der moderne Baukörper hat eine geringe Gebäudehöhe und wird auf einer Ebene mit der Villa verbunden sein. Ein wesentlicher Vorteil ist auch, dass bei diesem Bauvorhaben das maximal zulässige Bauvolumen weit unterschritten wird.

Gastronomie nicht nur für Vöslauer-Mitarbeiter

Im ehemaligen Café Thermalbad wird ein Gastronomiebereich in neuem Stil geschaffen, der sowohl für die Mitarbeiter als auch öffentlich zugänglich sein wird. „Wir sind Vöslauer. Bad Vöslauer. So steht es in unseren Werten und genau so innig sind wir mit dem Ort seit jeher verbunden. Die Geschichte von Bad Vöslau und unserer Marke hat ihren Ursprung an der Quelle und die bildet auch das Zentrum der Gemeinde. Genau dorthin kehren wir wieder zurück“, freut sich Alfred Hudler, Vorstandsvorsitzender Vöslauer.

Die Stadtgemeinde bleibt weiterhin Eigentümerin der markanten Bereiche rund um den Teich mit den seltenen Schneckenarten und dem kleinen Park samt Pavillon, die auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Somit ist laut dem Bürgermeister garantiert, dass es auf dem Areal auch keinen Wohnbau geben werde und dass die für das Stadtbild von Bad Vöslau so charakteristische Ansicht erhalten bleibe.

„Im Herzen der Stadt entsteht so ein nachhaltig gesichertes Ensemble, das das historische Ambiente des Badplatzes respektvoll aufnimmt, schützt und zeitgemäß erweitert. Die Details sollen in den nächsten Wochen erarbeitet werden und ein Vertragsabschluss bereits im nächsten Gemeinderat im Juni auf der Tagesordnung stehen“, so die Liste Flammer in einer Presseaussendung.

Bausperre als Notbremse

„Wir mussten als Stadtgemeinde mit der Bausperre und dem Kauf des Areals vor einigen Monaten die Notbremse ziehen, um eine Wohnbebauung und die Verschandelung des Ortsbildes zu verhindern. Das nun vorliegende höchst erfreuliche Ergebnis konnte ich nur aufgrund der guten Zusammenarbeit und der persönlichen gegenseitigen Wertschätzung mit den Verantwortlichen bei Ottakringer Getränke AG bzw. Vöslauer Mineralwasser AG vorbereiten und vereinbaren. Es freut mich besonders, dass sämtliche Vorgaben, die die Liste Flammer eingebracht hat, mit diesem Projekt erfüllt werden können: Freier Zugang zum Teich, Nutzung mit öffentlichem Charakter, Gastronomie, Sanierung und Nutzung des Gebäudes und des kleinen Parks im Einklang mit der Umgebung, und vor allem kein Wohnbau am Grundstück! Und so viel ist sicher: Das Wasser wird in Bad Vöslau nicht ausgehen!“, lacht Stadtchef Prinz.

Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Planungsphase. Die Details sollen noch erarbeitet werden und ein Vertragsabschluss im Gemeinderat im Juni auf der Tagesordnung stehen. Ab Anfang 2019 soll das historische Gebäude aufwendig saniert und zusätzlich ein neuer, moderner Bau angeschlossen werden. Beide Objekte werden auf einer Ebene verbunden, sodass ein Büro entsteht, das ab 2020 für die Vöslauer-Mitarbeiter aus Geschäftsführung, Controlling, Marketing, Forschung, Entwicklung & Verkauf zum neuen Arbeitsplatz wird.

 

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