Winterpause: Martin 5 dreht ab. Mit 15. Oktober stellt Heli Austria den Flugrettungsbetrieb in Bad Vöslau ein. ÖAMTC übernimmt.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 17. September 2020 (04:12)
Rettungshubschrauber Martin 5 hatte im Bezirk Baden die meisten Einsätze zu verzeichnen, nämlich 40 Prozent.
Markus Hackl/FF Pottenstein

Die Überraschung war groß, als Notruf Niederösterreich ein Posting auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte, aus dem hervorging, dass der Flugbetrieb von Martin 5 ab 15. Oktober am Standort Bad Vöslau eingestellt wird.

Stefan Spielbichler von Notruf NÖ erklärt: „Geplant ist, dass mit Ende des Winters der Flugverkehr vom Standort Bad Vöslau aus wieder aufgenommen wird.“ Das sei auch so vonseiten des Unternehmers Roy Knaus kommuniziert worden, dem Eigentümer von Heli Austria. Dieser brauche im Winter Verstärkung für den Flugrettungsbetrieb im Westen Österreichs, gelte es dann ja, verletzte Skifahrer von der Piste zu retten.

Fakt ist: Mehr als 400 Einsätze ist Martin 5, der erst im April dieses Jahres seinen Flugbetrieb aufnahm, für die Martin Flugrettung geflogen. Angeleitet wurde der Helikopter über die Rettungsleitstelle Notruf NÖ, „es gibt kein Rettungsmittel, das nicht von uns koordiniert wird“, betont Spielbichler.

Fehlen wird der Helikopter mit seinen Einsätzen im Industrieviertel schon. „Er hat gut unterstützt und einige Einsätze im alpinen Bereich der Hohen Wand übernommen“, sagt Spielbichler. Jetzt wird Christopherus 3 mit Flugrettungsbetreiber ÖAMTC vom Flugplatz Wiener Neustadt Ost aus diesen Einsatzbereich wieder übernehmen.

Der 400ste Einsatz der Martin Flugrettung führte die Crew des Martin 5 am 3. September kurz nach 15 Uhr zu einem Verkehrsunfall nach Münchendorf, Bezirk Mödling. Ein Autofahrer hatte einen Fußgänger niedergestoßen, gemeinsam mit einem Rettungsteam des Samariterbunds Traiskirchen versorgte die Hubschraubermannschaft den schwer verletzten 43-jährigen Mann noch am Unfallort und flog ihn dann ins Krankenhaus.

Der Flugbetrieb der Flugschule am gleichen Areal in Bad Vöslau ist vom Abzug des Rettungshubschraubers nicht betroffen und geht ganz normal weiter.