Baden: 12 Kinder an drei Schulen. Bereits voll im Corona-Modus sind die Badener Schulen. In den beiden Gymnasien waren Montag und Dienstag nur insgesamt sieben Schüler anwesend, die Betreuungsbedarf hatten, in der Mittelschule Pelzgasse fünf. Das E-Learning-Programm zwischen Schülern und Lehrern ist mit Anfangsschwierigkeiten voll angelaufen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 18. März 2020 (06:47)
Die Tore an den Badener Schulen (am Foto das Gymnasium Frauengasse) sind zwar offen, viele Kinder nutzten aber nicht die angebotene Betreuungsmöglichkeit. Fast alle blieben zu Hause und setzten somit die Aufforderung der Bundesregierung optimal um.
Andreas Fussi

Im BG/BRG Baden Biondekgasse benötigten am Montag fünf Schüler Betreuung bis 14 Uhr und am Dienstag niemand, informiert Direktorin Birgitta Stieglitz-Hofer. „Viele Eltern haben bis Ostern keinen Betreuungsbedarf angemeldet, manche geben uns Bescheid, sobald sie ihren Dienstplan haben. Beispielweise haben wir heute erfahren, dass aufgrund dringender medizinischer Tätigkeit ab nächster Woche bis voraussichtlich Ostern ein Betreuungsbedarf zwischen 7 und 17 Uhr besteht“, berichtet Stieglitz-Hofer. Je nach der Anzahl der angemeldeten Schüler seien Betreuungslehrer im Haus. Außerdem wurde eine Rufbereitschaft eingerichtet. 

Das E-Learning werde sehr gut angenommen, die Schüler seien laut der Direktorin darin gut geschult. Allerdings berichteten so manche Eltern von langsamen Ladezeiten und Serverausfällen. „An der Verbesserung der Serverkapazität wird gearbeitet“, betonte Stieglitz-Hofer.

Im BG/BRG Baden-Frauengasse haben am Montag zwei Kinder das Angebot zur Betreuung angenommen, am Dienstag Null, weiß Direktorin Sonja Happenhofer zu berichten. „Für Morgen und Freitag haben sich wieder zwei Kinder angemeldet. Es ist aber zu erwarten , dass sich die Eltern diese Woche aufgrund der besonderen Situation noch freinehmen können, die nächsten Wochen aber wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren müssen, und die Anzahl der zu betreuenden Kindern wieder steigt“, vermutet Happenhofer.

Der Schulbetrieb sei auf Notbetrieb umgestellt wurden, das Verwaltungspersonal (Sekretärinnen und Schulwarte) würde nur für das nötigste eingesetzt werden. Nur ein Schulwart und eine Sekretärin und diese mit sehr reduzierten Dienstzeiten seien anwesend. „Da alle nicht notwendigen sozialen Kontakte vermieden werden sollen, gibt es keinen Parteienverkehr, und ich bin vormittags in der Schule anwesend und telefonisch erreichbar“, schildert Happenhofer. Vereinzelt kommen Schüler und Eltern, um sich noch Unterrichtsmaterial abzuholen. Für die Beaufsichtigung von Schülern wurde ein Journaldienst von zwei Lehrern bereitgestellt; die anderen Lehrer bearbeiten von zu Hause die Arbeitsmittel für die Schüler, sagt die Direktorin.

Mit dem E-Learning an der Frauengasse sei sie sehr zufrieden: „Die Motivation der Schüler kann daraus ersehen werden, dass schon am zweiten Tag des Fernunterrichts, nach Rückmeldungen der Kolleginnen, viele Arbeitsaufträge bearbeitet und abgegeben wurden“, freut sie sich. Am Gymnasium Frauengasse kommen mehrere Systeme zum Einsatz wie z.B. die schuleigene Moodle-Plattform, Lms.at und Learning Apps. „Da wir sämtliche Oberstufenklassen als Laptopklassen führen, sind unsere Schüler und Schülerinnen an das Arbeiten mit diversen elektronischen Medien gewohnt“, merkt sie an.

Für die Unterstufenschüler erfolge die Kommunikation über das seit längerem in Verwendung stehende elektronische Mitteilungsheft Schoolfox, wodurch die Eltern in den Informationsfluss optimal eingebunden seien. „Durch die integrativ durchgeführte digitale Grundbildung in der Unterstufe sind unsere Schüler auf das elektronische Bearbeiten von Aufgabenstellungen sehr gut vorbereitet“, ist Happenhofer überzeugt.

Google Drive an Mittelschule

In der Mittelschule Pelzgasse in Baden sind die Lehrer auch schon auf E-Learning eingestellt. Laut Direktorin Brigitte Gumilar habe man in weiser Voraussicht Google Drive Elemente angelegt, da die herkömmlichen Lernplattformen überlastet sein würden, was sich zum Teil bewahrheitet habe. Da nicht alle zu Hause so gut aufgestellt sind, haben die Kinder auch Aufgaben in schriftlicher Form nach zu Hause mitbekommen. Ansonsten werde über Google Drive kommuniziert.

Man sei auch auf die Zeit nach Ostern vorbereitet, falls die Situation anhalten sollte. So würde ein Teil der Lehrer als Aufgabensteller die Kinder mit Materialien versorgen, der andere Teil werde als Korrektoren eingesetzt. Dazu würde es YouTube-Videos geben, wo den Schülern Übungsbeispiele erklärt werden.

Aber auch für den Fall, dass Personal in anderen Einrichtungen gebraucht werde, stünden Lehrkräfte bereit, um auszuhelfen. „Einige Zeit können wir uns so organisieren“, ist Gumilar überzeugt. Gut finde sie, dass sich generell in allen niederösterreichischen Schulen Cyber Homework etabliert habe.

Die Lehrer an der Mittelschule Baden arbeiten bereits alle von zu Hause aus. Nur die Direktorin und die Stellvertreterin sind derzeit in der Schule anwesend. Am Dienstag ist nur ein Kind zur Betreuung gekommen, am Montag waren es vier Schüler. Vereinzelt kommen auch noch Eltern und Kinder, um sich Schulsachen abzuholen.