15 Wildschweine zerstörten Villengarten

Mindestens 15 Wildschweine unterschiedlichen Alters hinterließen Spur der Verwüstung in Villengarten in Baden. Besitzer fragt sich, wer Schaden von ca. 20.000 Euro ersetzt.

Erstellt am 27. Januar 2021 | 05:55
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Ex-Gemeinderat Marcus Meszaros-Bartak (fraktionslos) zeigt auf den zerstörten Rasen seines Vaters in der Flamminggasse.
Foto: Fussi

Laute Geräusche weckten Gernot G. Meszaros-Bartak in der Flamminggasse am Freitag kurz nach halb ein Uhr in der Nacht. Als er aus dem Fenster in den Garten schaute, traute er seinen Augen nicht. Mindestens 15 Wildschweine, offenbar eine ganze Rotte, von jungen bis alten Tieren, wühlte sich auf der Suche nach Nahrung gerade durch den Rasen. Hinaus traute er sich nicht, das Ausmaß des Schadens sah er erst in der Früh.

Der ganze große Garten war zerstört, umgeackert von den wilden Tieren. Der Maschendrahtzaun wurde einfach durchgebissen. Sofort erkundigte er sich, wer für den Schaden haftbar gemacht werden könne. „Keiner fühlte sich zuständig“, beklagt er. Meszaros-Bartak will nicht auf dem Schaden sitzen bleiben, den er auf 15.000 bis 20.000 Euro schätzt, da auch die unterirdische Bewässerungsanlage kaputt sei.

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Fussi

Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner erklärt, dass nach dem NÖ Jagdgesetz nur in Gebieten, die nicht eingezäunt sind, der Jagdausübungsberechtigte verpflichtet sei, Wildschäden zu ersetzen. „Die Jagd ruht z.B. auf Friedhöfen, in Häusern und Gehöften samt den dazu gehörigen, durch Umfriedung vollständig abgeschlossenen Höfen und Hausgärten“, zitiert sie aus dem Gesetz. Der für Baden zuständige Jagdleiter Johann Gunhold bestätigt das: „Wir sind da machtlos als Jäger.“ In der Nähe zu Wohnsiedlungen dürfe man nicht jagen, da sonst dort lebende Menschen gefährdet wären. Gunhold rät Betroffnen, sich „einen gescheiten Zaun“ zuzulegen. Man könne auch eine Wildschaden-Versicherung abschließen.

Gunhold weiß, dass es gerade Wildschweine vermehrt zu Siedlungen ziehe, da viele umliegenden Weingärten brach liegen und nicht gepflegt werden. Es entstehe eine Wildnis, in der sich die Tiere gut verstecken können. Es habe im Vorjahr eine Begehung in Baden zu den verwilderten Orten stattgefunden. Es liege an den Behörden, Maßnahmen zu verordnen, damit betreffende Grundbesitzer ihre Flächen roden, damit keine Wildtiere angezogen werden. Das sei bislang nicht passiert.

Bürgermeister Stefan Szirucsek, ÖVP, appelliert an Grünland-Eigentümer, ihre Flächen nicht verwildern zu lassen.