Ausstellung: Hör doch der Blume zu!. „Lasst Blumen sprechen“, lautet das Motto der blumig-fragilen Schau zum 300 Jahr-Jubiläum der Wiener Porzellanmanufaktur mit Biedermeierporzellan im Rollettmuseum.

Erstellt am 21. Juli 2018 (04:36)
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Zur Zeit des Biedermeiers sagte man vieles „durch die Blume“. Glückwunschkarten und Liebesbekundungen wurden durch Blumen ausgedrückt.
Rollettmuseum

Lust auf einen Spaziergang durch die bezaubernde Welt der Blumen? Die Ausstellung, mit dem Titel „Wandle auf Rosen und Vergissmeinnicht“, bietet einen gar nicht anstrengenden Spaziergang durch ein Blütenmeer. Bis 7. Oktober kann man im Rollettmuseum Blütenrätsel und Blumenwünsche auf Biedermeierporzellan erkunden.

Was sagt man durch die Blume alles sagen kann?

„Die Sprache der Blumen wurde vor allem im Biedermeier sehr vielfältig eingesetzt und übermittelte Liebesbezeugungen, Glückwünsche und gab Rätsel auf“, erklärt Waltraud Neuwirth, Kuratorin der Ausstellung und Expertin für Wiener Porzellan. Daher sind Biedermeiertassen mit Blumenbildern nicht nur schön anzusehen, sondern beinhalten oft auch geheime Botschaften.

Neben den Tassen werden im Rollettmuseum zusätzlich biedermeierliche Spiele, Grußkarten und Bücher ausgestellt, alles zum Thema Pflanzen. Aber „nicht nur für Blumenliebhaber gibt es viel Überraschendes zu entdecken“, weiß Neuwirth. In den Tässchen stecken auch kulturhistorische Informationen: „Die Blumensprache kam aus dem Orient und verbreitete sich rasch. Was man nicht aussprechen durfte, sagte man durch die Blume“, erklärt die Expertin und Freundin des floralen Porzellans.

Freundschaft, Liebe, Wünsche oder schöne Erinnerungen

Egal ob Freundschaft, die Liebe, gute Wünsche oder schöne Erinnerungen – vieles kann man gut und schön mit einer Blume ausdrücken. Auf den Tassen verbergen sich für Kundige auch herzliche Botschaften: „Die Blütenrätsel, sogenannte Akrosticha, auf den Wiener Biedermeierporzellan, stellen Namen der oder des Angebeteten dar: meist waren es Frauen-Vornamen wie Marie, Josephine, Theresia, Wilhelmine, aber auch Anton und Ferdinand, Joseph und Ignaz“, so Neuwirth. Die Betrachter entdecken bekannte Blumen wie Rosen und Narzissen, „aber wer weiß schon, was sich hinter der Dreyfaltigkeitsblume verbirgt und dass unter Jerichorose einstmals das Geißblatt gemeint war?“ Die Ausstellung findet als Beitrag zum 300-Jahr-Jubiläum der Wiener Porzellanmanufaktur statt und ist eine Ergänzung zu den Badener Rosentagen. Die Exponate stammen aus Privatbesitz und werden um Stücke aus dem Rollettmuseum ergänzt.