Ausstellung: Weltuntergang vom Sofa aus. Badens Vertreterin bei Biennale, Jakob Lena Knebl, stellt mit Ashley Hans Scheirl aus.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 20. Dezember 2020 (05:12)
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Das Künstlerduo Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl.
Miro Kuzmanovic

Die Ausstellung im KUB in Bregenz, mit dem Künstler-Duo Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl, wird nach dem 2. Lockdown wiederöffnet. Die Extremkünstlerinnen legen eine Grußkarte zum Jahresende vor.

Kommentar zum Abgelaufenen, Ausblick auf das Kommende: „Aufgerüttelt durch apokalyptische Visionen, muss sich die Gesellschaft neu erfinden“, so fassen es Knebl/Scheirl zusammen, die das Erdgeschoß des KUB in ein Eismeer verwandelt haben.

Scheirl lehnt sich an das berühmte Gemälde von Caspar David Friedrich aus 1823 an: Zwischen aufbrechenden Schollen tauchen Eisglas-Leuchten aus den 70ern auf und ein leerer Kühlschrank ragt hervor. Die Installation werde zum Sinnbild für das Zuhausebleiben und das zerberstende Schiff ist durch ein Sofa ersetzt, „heutzutage kentert man von zuhause aus“, erklären die Künstlerinnen.

Etwas gemütlicher wird es im ersten Obergeschoß, wo die 1970 in Baden geborene Jakob Lena Knebl mit „Konkret“ ihre „Begehrensräume“ fortgestaltet. Sie kreiert eine Welt mit orangenem Teppich, riesigen Strumpf-Blumen, die sie aus ihrer Kindheit kennt, und einer Art Setzkasten, in dem historische Designstücke und Nippes miteinander in Dialog treten. Als Sarah-Kay-Figur im Jeanskleid, untersucht Knebl in Selbstporträts vor rohen Betonbauten dabei das Heimelige und die Kommunikation durch Kleidung und Einrichtung. Wer Interesse hegt, die Ausstellung zu sehen, muss allerdings ans andere Ende von Österreich fahren – in Coronazeiten, ohne Übernachtungs- und Speisemöglichkeiten, fast ein Abenteuer…