Baustellenradar sorgt für Ärger

Erstellt am 23. Oktober 2018 | 04:14
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7405300_bad43af_radarfoto_haidhofstrasse.jpg
Zur Veranschaulichung der Gefahren für die Bauarbeiter durch zu schnelle Autofahrer bekam die NÖN ein Radarfoto übermittelt, auf dem am 16. Oktober ein Pkw zu sehen ist, der um 14.18 Uhr mit 62 km/h statt der erlaubten 30 geblitzt wurde.
Foto: Stadtpolizei
Was für Stadtchef der Verkehrssicherheit diene, nennen andere Schikane.
Werbung

Seit September wird parallel zur Haidhofstraße, vom Ende Stadtgebiet Baden bis zur Autobahnüberführung, von der Stadtgemeinde Baden ein Radweg gebaut. Dazu gilt in dem Abschnitt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h, die von der Stadtpolizei Baden sehr häufig mittels Radar überwacht werde.

NÖN-Leser Friedrich Wallner kritisiert, dass die Polizei just kurz vor dem Ende dieser Geschwindigkeitsbeschränkung, messe, „wo die Fahrzeuglenker bereits das nahende Ende wahrnehmen können und vielleicht leicht beschleunigen auf 40 km/h.“ Die Folge seien etliche Anzeigen. Ein dort beschäftigter Bauarbeiter meinte zu ihm: „do hots andauernd geblitzt, wie bei einem Wetter.“ So mancher Autofahrer frage sich, ob der Bürgermeister dadurch das Geld für den Radweg hereinbringen wolle. Dass auf einer Baustelle Radarmessungen durchgeführt werden, „könnte als Schikane aufgefasst werden“, so Wallner.

„Do hots andauernd geblitzt, wie bei einem Wetter“

VP-Bürgermeister Stefan Sziurucsek stellt klar, dass in Baustellenbereichen „zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und der auf der Baustelle arbeitenden Personen, im Regelfall Geschwindigkeitsbeschränkungen verfügt“ werden. Die Aktuelle gelte „im gesamten Baustellenbereich“. Szirucsek: „Eine Geschwindigkeit von 40 km/h im Baustellenbereich ist eine größere Überschreitung der verordneten Geschwindigkeit und wird daher bestraft.“

Geschwindigkeitskontrollen in Baustellenbereichen seien „jedenfalls keine Schikane, sondern dienen dem Schutz der dort Arbeitenden und auch anderer Verkehrsteilnehmer und damit der Verkehrssicherheit“, betont der Stadtchef. Mit den Kontrollen Geld für den Radweg „hereinbringen“ zu wollen, „sind Fake News“, so Szirucsek.

„Ich lade Ihren Leser ein, vorbeizukommen und einen Tag auf der Baustelle zu arbeiten. Werden wir sehen ob er dann auch noch von Schikane spricht, wenn die Autos mit 60 und mehr ein bis zwei Meter neben ihm und den Arbeitern vorbeirauschen“, ergänzt Stadtpolizei-Kommandant Walter Satin. Wer meine, zu Unrecht bestraft worden zu sein, könne ja einen Einspruch gegen das Verwaltungsstrafverfahren machen, sollte sich laut Santin „aber einen intelligenteren Grund als ‚Schikane‘ aussuchen“.

Weiterlesen nach der Werbung

Umfrage beendet

  • Mehr Kontrollen der Geschwindigkeit nötig?