Bildungscampus: Drei Schulen an einem Standort. Neubau von Mittelschule, ASO und HLA beim alten Pflegeheim als „bahnbrechendes Bildungsprojekt“.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 21. Januar 2020 (04:33)
Eine Darstellung des Vorhabens am Areal des ehemaligen Pflegeheims als Teil einer Machbarkeitsuntersuchung, die auf konzeptionelle Grundsatzüberlegungen abstellt. Die tatsächliche Gestaltung entscheidet sich nach einem Architektenwettbewerb.
Fussi, BiG

Gemeinsam mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bildungsdirektor Johann Heuras und BiG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner stellte ÖVP-Bürgermeister Stefan Szirucsek am Mittwoch der Presse sein neuestes Projekt vor: Den Bildungs- und Freizeitcampus Baden, in der Nähe von HAK und Pädagogischer Hochschule, am Areal des ehemaligen Pflegeheimes, das zuletzt eine Flüchtlingsunterkunft war.

NOEN

Der Plan sieht vor, die Mittelschule Baden, die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLA) und die Allgemeine Sonderschule (ASO) sowie eine Sporthalle am neuen Standort zusammenzufassen. Begründet wird das damit, dass eine Sanierung der in den 1950er-Jahren errichteten Mittelschule in der Pelzgasse so viel kosten würde wie ein Neubau. Die Schule ist nicht barrierefrei und die Energieeffizienz niedrig. Bei der HLA sei der Schulbetrieb an zwei Standorten und in drei Gebäudekomplexen nicht zeitgemäß. Auch hier gebe es keine Barrierefreiheit, keine Sportanlagen im Freien und einen zu kleinen Turnsaal. In der ASO sei durch stark gestiegene Schülerzahlen das Raumangebot für den Schulbetrieb derzeit unzureichend.

Ein Neubau an einem Standort auf den Grundstücken der Wiener Straße 70 und an der Mühlgasse 67 scheinen aus mehreren Gründen optimal zu sein und lassen Synergien in mehrfacher Hinsicht zu, heißt es. Etwa durch die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen.

Die Turnsäle können in einem eigenen Gebäude errichtet werden. Die dadurch entstehende Sporthalle könne auch von Schülern anderer Schulen genutzt werden und außerhalb der Unterrichtszeiten an Vereine vermietet werden.

Auch eine weitergehende Nutzung etwa als Rollschuhhalle sowie die Nutzung von Fassadenteilen als Kletterwand sollte geprüft werden. Der Bildungscampus könne außerdem noch um weitere Einrichtungen ergänzt werden, wie Errichtung eines Kindergartens, falls die Ausbildung zur Kindergartenpädagogin akademisch wird, weiters eine Einrichtung der Außenstelle der Bildungsdirektion für Niederösterreich und die Errichtung von Räumen für Ärzte, Psychologen und Therapeuten.

Gemeinsam für den Bildungscampus aktiv: Johann Heuras, Johanna Mikl-Leitner, Stefan Szirucsek und Wolfgang Gleissner (v.l.).
Fussi

Die Vorteile aus pädagogischer Sicht seien beispielgebend. „Dieses Projekt hat Vorbildcharakter“ ist Bildungsdirektor Heuras überzeugt. Mikl-Leitner strich die schulübergreifende Nutzung, die Erleichterung des Übertritts zwischen den Schulen sowie die dadurch entstehenden Synergien in der Ressourcennutzung hervor. „Die Vielfalt moderner pädagogischer Konzepte an einem Standort eröffnet völlig neue Möglichkeiten“, ist Szirucsek überzeugt.

In Baden finde man „eine ideale Situation“ für die Errichtung eines derartigen Bildungscampus vor, man könne „etwas schaffen, das zukunftsweisend ist“, erklärte Gleissner von der BiG. Die Machbarkeitsstudie liege bereits vor und falle positiv aus. Als nächster Schritt werde ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Bis zur Fertigstellung rechne er mit einem Zeitraum von fünf Jahren, sagte Gleissner. Die Kosten variieren je nach Architektenvorschlag, würden sich aber insgesamt um die 60 Millionen Euro bewegen, schätzt er.

Große Vorfreude bei den betreffenden Schulen

Bei den Schulleitern ist die Freude über die mögliche Realisierung groß. Mittelschul-Direktorin Brigitte Gumilar sieht „enorme Möglichkeiten, das pädagogisch zu nützen und „Kindern in unterschiedlichen Schulen und in unterschiedlichen Altersstufen und Leistungsniveaus die beste individuelle Förderung zukommen“ zu lassen. Sie betont jedoch die Wichtigkeit von ausreichenden Turnsälen für alle Schulen in dem Areal. Auch eine neue Schwimmhalle müsse Bestandteil der Planung sein, meint sie.

„Ich bin hocherfreut“, ist auch HLA-Direktor Thomas Douschan vom Projekt angetan. Dass „so schnell Nägel mit Köpfen gemacht“ werden, überrasche ihn. Als besonders positiv erachte er die mögliche Kooperation mit der Mittelschule. ASO-Leiterin Andrea Takacs konnte nicht erreicht werden. Poly-Direktorin Barbara Kogler-Keil bestätigt aber, dass die ASO „aus allen Nähten platze“ und daher zwei Räume der Polytechnischen Schule nutze. Sie hofft, dass die Schulvertreter bereits im Vorfeld beim Wettbewerb Mitsprache bekommen.

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