Breininger tritt von Politbühne ab. Mit Wirkung vom 26. November verzichtet August Breininger auf Mandat im Gemeinderat. Er wünscht sich Bürgerliste in Regierung.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 19. November 2019 (04:09)
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Mehr als die Hälfte seines Lebens stand er in der Öffentlichkeit. Am Dienstag kehrte August Breininger der Politik den Rücken zu.
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Für viele überraschend, wurde am Dienstag in der Gemeinderatssitzung verlautbart, dass Stadtrat August Breininger von der Bürgerliste „wir badener“ mit Wirkung vom 26. November auf sein Mandat verzichte.

„Es ist somit heute seine letzte Gemeinderatssitzung“, verkündete VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek, der einige Projekte des früheren Bürgermeisters würdigte, etwa die Einführung des Citybusses, den Durchstich bei der Dammgasse, die Strandbad-Sanierung, das größte Casinos Europas, den Umbau des Rathauses samt Bürgerservicestelle, den Neubau der Römertherme und seine zahlreichen kulturellen Initiativen. „Ich danke August Breininger für sein Wirken und wünsche ihm alles Gute“, sagte Szirucsek.

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August Breininger bei seiner Abschiedsrede.
Fussi, privat

Breininger selbst ergriff dann als Budgetsprecher der Bürgerliste zum Voranschlag das Wort und hielt dabei seine Abschiedsrede. „Ein Rückblick zeigt, dass ich von 1970 bis 2007 und nach einer achtjährigen Pause von 2015 bis Ende 2019, insgesamt 42 Jahre dem Badener Gemeinderat angehörte und damit weit mehr als die Hälfte meines Lebens im Dienst der Öffentlichkeit stand.“ Er habe sich nach einem Familienrat anlässlich seines 75. Geburtstages zu diesem Schritt entschlossen, „weil ein solches Datum eine natürliche Zäsur darstellt“, sagte Breininger.

Er wolle sich bei seinen Mitbürgern bedanken, „für das Privileg, in und für diese Stadt ein Leben lang arbeiten und wirken zu dürfen“. 18 Jahre lang war er im NÖ Landtag, zwischen 1983 und 2001, als er „wegen der prekären Finanzlage des Krankenhauses im Interesse unserer Stadt mein Mandat niederlegte“, erklärt er. „Das mit dem fast historischen Erfolg, dass das Land unser Spital als erstes von 24 Gemeindekrankenhäusern übernommen und sogar neu gebaut hat“, erinnerte er sich. Er danke den Wählern und der ihn damals nominierenden ÖVP „für das Privileg, 19 Jahre lang über fünf Amtsperioden als Bürgermeister unserer wunderbaren Stadt mit stets absoluter Mehrheit gestalten zu dürfen“.

„Wahlempfehlung werde ich keine abgeben"

Er dankte aber auch der Bürgerliste, bei der er lernen konnte, wie es sich anfühle, in Opposition zu sein. Dennoch habe auch die Liste Erfolge vorzuweisen, wie die Erhaltung des Hauptpostamtes. Auf Nachfrage der NÖN, warum er vorzeitig abtrete, erklärte er: „Der 26. November musste gesetzlich gewählt werden, um der Bürgerliste die Angelobung eines neuen Gemeinderates und für die Sitzung am 10. Dezember die Wahl eines neuen Stadtrates zu ermöglichen. Andernfalls müsste eine eigene Sitzung mit entsprechenden Kosten einberufen werden. Damit können auf sparsame Weise zwei Kandidaten nachrücken und sich profilieren, da die Neukonstituierung erst ca. März 2020 erfolgen wird.“ Und er stellte klar: „Wahlempfehlung werde ich keine abgeben, nur den Wunsch, dass künftig auch die Bürgerliste in die Stadtregierung miteinbezogen werden möge.“

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