Café Lehner wird jetzt rauchfrei. Die neuen Eigentümer über ihre Gründe, die traditionelle Café Konditorei Lehner in Baden zu führen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 26. März 2019 (04:35)
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Das Stammhaus der Familie Paul Lehner wurde an Stelle einer alten Bäckerei 1888 neu erbaut und seit 1928 in dritter Generation als Café, Konditorei und Bäckerei geführt. Gunnar Haberl und Christoph Rahofer wollen mit ihrem Team das Erbe von Paul Lehner fortführen.
Reisinger

BADEN Seit März weht ein frischer Wind durch die Räumlichkeiten der weit über Badens Grenzen hinaus bekannten Traditionskonditorei Lehner. Mit Unternehmensberater Gunnar Haberl und Multiunternehmer Christoph Rahofer haben gleich zwei neue Eigentümer die Geschicke der Konditorei in vierter Generation übernommen.

NÖN: Wie wird man Eigentümer der Traditionskonditorei Lehner?
Christoph Rahofer: Eigentlich war ich auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für ein Haubenlokal in Baden. In einem Gespräch mit Herrn Lehner erfuhr ich, dass er in Pension gehen und seine Konditorei verkaufen möchte. Nach einem Lokalaugenschein mit meinem Freund und jetzigem Geschäftspartner Gunnar Haberl, sind wir rasch zum Entschluss gekommen, dass wir den Traditionsbetrieb in die nächste Generation führen möchten.
Gunnar Haberl: Meine Frau Andrea und ich spielten schon länger mit dem Gedanken, ein Kaffeehaus oder Ähnliches zu betreiben. Wir mögen einfach Menschen, kommunizieren gerne und fühlen uns auch privat in der Gastgeberrolle wohl.

Gunnar Haberl und Christoph Rahofer im Lokal in der Wassergasse. „Die Café Konditorei Lehner ist ein Juwel“, sind sie überzeugt.
NOEN

Welche Gründe sprachen letztendlich für den Kauf?
Haberl: Was hier beim Lehner produziert wird, ist schon einzigartig. Ich bin selbst noch immer täglich fasziniert von der Handarbeit und der riesigen Auswahl. Dahinter steht natürlich ein tolles Team und wir bezeichnen sie immer wieder als „unsere Künstler“.
Rahofer:
Die Café Konditorei Lehner ist ein schlummerndes Juwel, deren innovatives Potenzial nur mehr geweckt werden muss, das ist eine unglaublich spannende Chance.

Hat sich seit der Übernahme etwas geändert?
Haberl: Wir sind stolz, dass wir nach dem Kauf keinen einzigen Tag geschlossen hatten. So etwas ist nur mit einem motivierten und bewährten Spitzenteam möglich. Heute kann man sagen, dass die Aufnahme fast aller bisherigen Mitarbeiter eine unserer bisher besten Entscheidungen war. Ergänzt wird das Team mittlerweile durch engagierte Familienmitglieder.

Wie sieht die Zukunft der Konditorei Lehner aus?
Rahofer: Wir wollen neben unseren sehr treuen Stammkunden auch jüngere Generationen ansprechen. Unter Bewahrung der Tradition sollen neue Leckereien geschaffen werden. Wir wollen nicht alles erneuern, sondern gezielt wachsen.
Haberl: Fast jede Woche kommt etwas Neues dazu. So bieten wir mittlerweile acht unterschiedliche Frühstücksvariationen an, wir haben bereits offenes Bier und Weine aus der Thermenregion Wienerwald. Das Mittagsmenü bleibt natürlich. Besonders freuen wir uns für unsere Kaffeegenießer auf eine schon bestellte La Cimbali-Maschine, wohl der Ferrari unter den Kaffeemaschinen.

"Mehlspeisen und Rauchen, das passt leider nicht zusammen"

Wird der Lehner ein Raucherlokal bleiben?
Rahofer: Mehlspeisen und Rauchen, das passt leider nicht zusammen. Der Lehner wird ab 1. April rauchfrei. Im Schanigarten darf natürlich geraucht werden.

Welche Bedeutung hat die Kur stadt Baden für Sie beide?
Rahofer und Haberl: Baden überzeugt mit seinem italienischen Flair und ist für seine hohe Lebensqualität bekannt. Das Café Lehner ist ein zentraler Punkt im Herzen von Baden, und wir werden hart und mit viel Humor dafür arbeiten, dass das so bleibt.