Das Leben kehrt in den Museen zurück. Die Badener Museen locken wieder mit Ausstellungen & etwas Normalität. Die NÖN macht einen Museums-Rundgang.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 10. Februar 2021 (03:44)
Martina Funder hat mit ihren Keramiken den neuen Projektraum „Wohnzimmer“ des Kunstvereins bespielt. Ab dieser Woche wieder zu besichtigen.
Sagmeister

Ein Lichtstreif am Kulturhimmel:  Die meisten Ausstellungen werden diese Woche wieder zu bewundern sein, quasi die Wiedereröffnung der Wiedereröffnung nach dem dritten Lockdown.

Seit 14. November läuft die 4. Ausstellung des Jahres 2020 „The Memory of Tomorrow“ im Kunstverein, die nun ins neue Jahr verlängert wurde. Kunstvereins-Obfrau Cornelia König hat die Ausstellung den vier neuen Kunstvereinsmitgliedern gewidmet, die erstmals im Kunstverein ausstellen: Melanie Dorfer, Sylvie Lacroix, Alfred Rottensteiner und Charlotte Seyerl sind die vier Neuen, die neue künstlerische Impulse bringen: Für Melanie Dorfer ist die Leinwand mehr als eine weiße Fläche, die bemalt wird. Sie spielt mit Form und Format und ihre Bilder nehmen Wände in Besitz. Sylvie Lacroix lässt auf französische Wurzeln schließen: Sie studierte Flöte in Lyon, schloss ihr Studium allerdings in Wien ab und lebt hier seit 1980 als freischaffende Flötistin, mit Schwerpunkt neue Musik.

„Its me“ von Maria Hoffmann, passt zum Titel der Kunstaspekt-Ausstellung „Je tiefer die Sonne, desto länger die Schatten“.
Hoffmann

Alfred Rottensteiner studiert derzeit bei Daniel Richter in Hamburg und hat unter Jakob Lena Knebl und Elke Krasny diplomiert. Er geht in Richtung konzeptionellen Expressionismus und „relational Art“. Die Vierte im Bunde ist Charlotte Seyerl, 1953 in Wien geboren, ist sie eine Vertreterin der neuen Gegenständlichkeit.

Neu ist auch der Projektraum Wohnzimmer, wo zuvor der Kneippverein residiert. Als Erste durfte sich Martina Funder „austoben“, sie bespielt den kleinen Raum mit ihren Keramiken, dazu sind Texte an den Wänden zu lesen. Die Ausstellung soll bis 21. Februar laufen. 
Starten kann auch die Ausstellung im Galerieturm von Kunstaspekt. Mehrmals verschoben, kann die Sonne nun endlich ihre Schatten werfen: Titel der Schau: „Je tiefer die Sonne, desto länger die Schatten“.

Gerda Braun-Ostermayer, Peter Friesenbichler, Maria Hoffmann, Hans Gerd Ramacher, Dagmar Stelzer, Christine Todt, Gretl Thuswaldner und Stefania Zorzi zeigen Fotos und wie sehr Licht und Schatten in einem Foto eine Dualität bilden. Der Bogen der gezeigten Arbeiten spannt sich vom Festhalten eines Momentes bis hin zur Erzählung.

Ab 9. Februar hat auch wieder das Arnulf-Rainer-Museum geöffnet und die Ausstellung „Emilio Vedova - Arnulf Rainer: Tizian schaut“ kann erneut angeschaut werden. Wer sich vorbereiten möchte, kann auf der Museums-Homepage einen Podcast ansehen, wo durch die Ausstellung geführt wird, weil Führungen sind momentan noch nicht erlaubt. 

Künstler bittet zum Tanz mit Farbe & Pinsel

Ein in Baden bis dato noch unbekannter Künstler ist seit 8. Februar im Theater am Steg zu sehen: Der aus dem Iran stammende Illustrator, Karikaturist und Maler Aria Kourosh, der sich gerade als Baden-Maler einen Namen macht. Am Steg sind unter dem Titel „Baden, ein Partner zum Tanzen mit Farbe“ seine frischen, lebendigen und expressiven Badenansichten zu sehen.

Die Pforten dürfen auch wieder die städtischen Museen öffnen, wie das Beethovenhaus, Kaiserhaus, Rollettmuseum und das Puppen- und Spielzeugmuseum. Im Kaiserhaus ist die große Beethoven-Ausstellung „Mythos Ludwig van“ zu sehen. Die Schau beschäftigt sich mit dem Mythos Beethoven und wie sich der Hype im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.

Im Beethovenhaus können wieder die biedermeierlichen Wohnräume besichtigt werden, wo der Meister viele Sommer verbrachte und Teile der 9. Symphonie komponierte.

Öffnen darf auch wieder das älteste Museum Niederösterreichs, das Rollettmuseum, wo auf 350 Quadratmeter die wechselvolle Geschichte Badens ausgestellt wird. Ein besonders reizendes Museum ist das Puppen- und Spielzeugmuseum, wo man in die Kinderwelt längst vergangener Tage blicken kann – und man sollte die vielen Blicke in die Badener Museen nicht aufschieben, man weiß ja nicht, wann wieder geschlossen werden muss.

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