Debatte um Frösche im Seerosenteich. Amphibien ohne Laichgewässer wegen verzögerter Sanierung des Seerosenteichs? Laut Experten sei das kein Problem.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 04. April 2019 (05:51)
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Die bereits fertiggestellte Bienenburg und das Becken des Seerosenteichs, das demnächst saniert und neu befüllt wird.
Dusek

„Sie werden sich wundern, dass ich als SPÖler mit einem grünen Thema komme“, sprach SP-Stadtrat Markus Riedmayer in der Gemeinderatssitzung. „Aber es geht um Dinge, die auf der Roten Liste stehen, daher fühlen wir uns zuständig“. Mit diesem Schmäh forderte die SPÖ in einem Dringlichkeitsantrag die Errichtung eines behelfsmäßigen Ersatzbeckens beim Seerosenteich. Da dieser noch nicht fertig saniert sei, würden „unzählige Frösche und Kröten um ihren Laichplatz“ kommen.

Sein Antrag fand keine Mehrheit. Riedmayer wirft nun vor allem den Grünen vor, beim Naturschutz die Augen zu verschließen, „um ihre gut bezahlten Posten zu retten. Damit sind sie unglaubwürdig!“ Mit relativ geringen Kosten könne man „gefährdete Tiere retten“, meinte der SPÖ-Chef. Den Bürgermeister bezeichnete er als „ahnungslos“, da er die Ablehnung des SP-Antrags damit begründete, dass man im Herbst beim Abfischen des Teichs nur Goldfische fand. Jeder wisse aber laut Riedmayer, „dass sich die meisten Frösche und Kröten nur zur Laichzeit, also im Frühjahr, im Laichgewässer befinden.“

Dazu merkt Grünen-Chefin Helga Krismer an: „Ich darf als Umweltgemeinderätin versichern, dass mit Experten alles geprüft wurde und Dürre in der Natur für ein Jahr kein Problem darstellt. Ersatzgewässer machen keinen Sinn.“ Das kritische Interesse der SPÖ zeige jedoch, „dass Umwelt bewegt.“

Stadtgartendirektor Gerhard Weber erklärt, dass alle Maßnahmen von der BH abgestimmt worden seien und ein anerkannter Amphibienspezialist hinzugezogen wurde. Dieser halte fest, dass bei der Neugestaltung kein Amphib Schaden nehmen werde. Weber betont, dass im Herbst beim Abfischen „fast ausschließlich nur Goldfische“ vorgefunden worden waren, weshalb „von einem geringen bis keinem Amphibienbestand im Teich auszugehen“ sei. Goldfische seien Räuber. „Sie fressen Eier, Larven und Kaulquappen von Amphibien. Sie wurden in illegaler und unvernünftiger Weise von Privatpersonen ausgesetzt und haben sich dort stark vermehrt“, informiert Weber. Sollten doch Amphibien angetroffen werden, so werden sie in den unteren Kurparkteich übersiedelt.

Beitrag zur Biodiversität

Eines ist Weber wichtig: „Die Maßnahmen dienen nicht nur der Verschönerung. Mit der Entfernung der Goldfische und der ökologischen Aufwertung werden die Voraussetzungen für die Entwicklung einer vielfältigen Fauna bewerkstelligt und ein wesentlicher Beitrag zur Biodiversität geleistet.“

Eine Herausforderung werde sein, künftig unvernünftige Menschen vom Aussetzen ihrer Goldfische im Teich abzuhalten.