Debatte um Stadtgeld für Kirchen-Projekte

Zwei Unterstützungs-Beschlüsse kirchlicher Projekte führte im Gemeinderat zu einer umfassenden Debatte. Die FPÖ spricht sich dagegen aus.

Erstellt am 04. April 2018 | 03:55
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Die Sanierung der Helenenkirche umfasst unter anderem Dach, Fassade, Steinsockel sowie diverse Innensanierungsarbeiten.
Foto: Fussi

Für die Durchführung dringend nötiger Sanierungsarbeiten an der Helenenkirche hat die Pfarre St. Christoph die Stadtgemeinde um einen außerordentlichen Investitionszuschuss ersucht. Die Gesamtkosten werden mit rund 480.000 Euro angegeben. Da die Stadtgemeinde Baden derartige Projekte immer durch Zuschüsse unterstützt hat, wurde auch in diesem Fall der Bitte der Pfarre entsprochen und ein außerordentlicher Investitionszuschuss in einer Gesamthöhe von 60.000 Euro (aufgeteilt auf sieben Jahresraten) beschlossen.

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Weiters wurde ein Investitionszuschuss an die Römisch katholische Pfarre St. Josef für die Anschaffung einer neuen Orgel gewährt. Die bestehende Kleinorgel erfülle nicht mehr die Erfordernisse und sei zunehmend reparaturanfällig. Die seit längerem geplante Anschaffung einer neuen Orgel kostet 290.800 Euro. Die Erzdiözese Wien gewährte der Pfarre ein in sieben Jahren rückzahlbares Darlehen für einen Teil der erforderlichen Summe. Auch die Stadtgemeinde wurde ersucht, einen außerordentlichen Investitionszuschuss zu gewähren, was nun im Gemeinderat beschlossen wurde – insgesamt 40.000 Euro, zahlbar in sieben Jahresraten.

Einzig FPÖ stimmte gegen Zuschüsse

Einzig die FPÖ stimmte gegen die beiden Zuschüsse. FP-Gemeinderat Peter Doppler führte als Grund an, dass Religion Privatsache sei und es nicht korrekt wäre, dafür öffentliche Gelder zu verwenden. Kulturstadtrat Hans Hornyik (VP) erwiderte, es handle sich bei der Helenenkirche um die „Erhaltung eines Kulturdenkmals“. Er appelliere an die Vernunft, als Tourismusstadt einen Beitrag dazu zu leisten.

Gemeinderat Wolfgang Pristou (ohne Fraktion) meinte, die Kirche habe sparsam gearbeitet und man könne mit ruhigem Gewissen zustimmen. SP-Stadtrat Markus Riedmayer sieht in der Helenenkirche eine „Visitenkarte für die Stadt“. Der Zuschuss sei daher angemessen.

VP-Gemeinderat Peter Ramberger fand es unterhaltsam, „dass gerade die selbstbewussten Verteidiger der christlichen Leitkultur dagegen stimmen“. Darauf erwiderte Doppler: „Herr Kollege Ramberger, lernen Sie unterscheiden zwischen christlich und katholisch!“

Zur neuen Orgel von St. Josef erklärte VP-Stadtrat Rudi Gehrer, diese würde auch der Allgemeinheit und Vereinen bei Konzerten dienlich und außerdem für die Musikschule zum Lernen interessant sein. Daher sei er der Meinung, dass auch die Gemeinde zuschießen könne.

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