Die Wirtschaft übt heftige Kritik am Parkraumkonzept

Unterschriftenaktion gegen Stadt-Vorhaben. Wirtschaftskammer setzt sich für Betriebe ein.

Andreas Fussi
Andreas Fussi Erstellt am 30. Juni 2021 | 05:32
Baden - Die Wirtschaft übt heftige Kritik am Parkraumkonzept
WK-Bezirksstellenobmann Peter Bosezky hofft auf Einbindung. Immobilien-Unternehmerin Ulrike List hat eine Petition gegen das Parkkonzept gestartet.
Foto: Klaus Wellenhofer/ psb

Badens Wirtschaft formiert sich. Immer mehr Gewerbetreibende üben heftige Kritik am geplanten Parkraumkonzept. Sogar eine Petition ist im Laufen und soll kurz vor Fortsetzung der abgebrochenen Gemeinderatssitzung übergeben werden.

Der Bürgermeister wird dabei ersucht, die Regelungen zu überdenken oder vielmehr zusätzliche Ausnahmeregelungen einzuführen. Tagesparktickets um 5 Euro wären etwa eine massive Mehrbelastung für die von auswärts kommenden Mitarbeiter.

Auch in der Wirtschaftskammer Baden rufen weiterhin zahlreiche Unternehmer an, um ihre Wut über das geplante Konzept und die Vorgehensweise zu deponieren. WK-Bezirksstellenobmann Peter Bosezky dazu: „Nicht nur die Badener Wirtschaftstreibenden fühlen sich überrumpelt, sondern auch wir mussten über dieses überregional wichtige Vorhaben über die Medien erfahren.“

In einem Gespräch mit der Stadtführung habe die Wirtschaftskammer die Bedenken der Gewerbetreibenden deponiert. Nach dem Nichtzustandekommen des Gemeinderatsbeschlusses im ersten Anlauf hätte sich Bosezky gewünscht, dass man das Parkraumkonzept nochmals überdenkt und das Gespräch sucht.

„Leider setzte man dieses wichtige Thema aber bereits eine Woche später nochmals auf die Tagesordnung. Da uns das Ergebnis bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag, hoffen wir, dass die Stadtgemeinde die zahlreichen Verbesserungsvorschläge aufgegriffen hat und zumindest jetzt in intensiven Kontakt mit den Unternehmen tritt“, sagt der Kammerobmann.

„Viele unserer Mitgliedsbetriebe haben die Sorge, dass aufgrund des Parkraumkonzepts künftig noch mehr Kunden zu den großen Onlineplattformen und in die Einkaufszentren abwandern“, fürchtet Bosezky. Die Anregung, öffentlich oder per Scooter nach Baden zu kommen, halte man für einen schlechten Scherz. „Es wäre besser gewesen, vor der Einführung des Parkraumkonzepts alternativen Parkraum zu schaffen“, meint Bosezky.

Für Aufregung sorgte unterdessen der Aufruf durch zwei Flugzettel, die sich über die sozialen Medien rasant verbreitet hatten. In den Flyern wird dazu aufgerufen, sich eine Stunde vor der Gemeinderatssitzung vor der Sporthalle zu treffen, um dem Gemeinderat seine Meinung mitzuteilen.

„Unsere Geschäftsleute und Arbeitnehmer lassen sich nicht zur Melkkuh machen!“, heißt es weiters. Die Badener Bürger würden Nein sagen zur Verdoppelung der Parkgebühren in der blauen Zone und zur Einführung neuer Parkgebühren durch eine neue Zone. Auf der Bezirkshauptmannschaft hieß es am Montag, dass die Veranstaltung nicht angemeldet worden sei. Man habe bereits Kontakt mit der Stadtpolizei und dem Bezirkspolizeikommando aufgenommen. Etwaige Szenarien würden mit der Exekutive abgestimmt und entsprechend gehandelt werden, so die Bezirkshauptfrau.