Drogen-Deal mit Nachspiel

19-jähriger Rumäne soll 20-jährigen Wr. Neustädter neben Bargeld auch sein Kfz-Kennzeichen gestohlen haben. Dieser wollte es zurück, weil es seiner Mutter gehörte.

Erstellt am 11. Mai 2021 | 03:23
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Kurioser Fall am Landesgericht Wr. Neustadt.
Foto: Google Earth, Google Earth

Ein 19-jähriger Rumäne stand wegen eines Raubes vor Gericht, weil er einem Bekannten am 30. Juli bei einer Tankstelle in Baden die Geldbörse, den Autoschlüssel und die Kfz-Kennzeichen weggenommen haben soll. Der Angeklagte bekannte sich teilweise schuldig, bestritt aber, Börse und Schlüssel mitgenommen zu haben. „Die habe ich hinter dem Auto weggeworfen.“ Der Schlüssel wurde tags darauf gefunden, die Börse nicht.

Das Opfer, ein 20-jähriger Wiener Neustädter, erzählte vor Gericht, dass er den Rumänen über einen Freund kenne und an diesem Abend bei ihm Kokain kaufen wollte. Man habe sich bei der Tankstelle getroffen, kurz geredet und dann sei ein zweiter Mann hinten in sein Auto gestiegen und habe ihn gewürgt. Der Angeklagte habe ihm die Sachen weggenommen und sei weggelaufen. Die Börse mit 270 Euro habe er nicht mehr bekommen. Währenddessen hätten die Freunde des Angeklagten, die hinter dem Auto standen, die Kennzeichen abmontiert. Diese fand dann der Nachmieter des 19-jährigen auf einem Schrank in dessen Wohnung…

Der Rumäne bestritt diese Aussage, laut ihm hatte der Neustädter 300 Euro Schulden bei ihm und wollte diese an diesem Abend mit Drogen zahlen, was ihm aber nicht passte. Der Freund habe den Neustädter von hinten festgehalten und er habe Börse und Schlüssel genommen. „Ich war betrunken und nahm die Kennzeichen mit, damit er mir nicht nachfahren kann.“ Dass die 270 Euro in der Börse ziemlich genau die Schulden abdecken würde, stimme, er habe das Geld aber nicht mitgenommen.

Detail am Rande: Das Opfer hatte einen ungültigen Führerschein, weil ihm eine Nachschulung fehlte. Um nicht bei der Polizei aufzufallen, hat er auf sein Auto die Kennzeichen vom Pkw seiner Mutter montiert… Deshalb hat der junge Mann auch verzweifelt versucht, mit dem Täter nach dem Raub Kontakt aufzunehmen, „ich wollte nicht, dass meine Mama etwas merkt“. Der Angeklagte wurde zu 21 Monaten, davon 14 bedingt verurteilt.