Energiefresser eindämmen: Bericht gibt Empfehlungen. Der neue Energiebericht liefert Monats- und Jahresdaten der Energiesituation in den Gemeindegebäuden. Kindergarten Zentrum und Römertherme schneiden schlecht ab.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 26. September 2017 (05:00)
Dusek
Helga Krismer und Gerfried Koch präsentierten Bericht.

Das NÖ Energieeffizienzgesetz 2012 sieht unter anderem die regelmäßige Führung der Energiebuchhaltung für gemeindeeigene Gebäude und Anlagen vor. Die Stadtgemeinde Baden hat den Energiebericht für die Jahre 2014 bis 2016 präsentiert und und wurde dafür vom Land Niederösterreich als Energiebuchhaltungs-Vorbildgemeinde ausgezeichnet.

72 Gebäude und Anlagen analysiert

Nun liegt der zweite Energiebericht vor. Darin werden 72 Gebäude und Anlagen der Stadt – inklusive jener der Immobilien Baden GmbH und der Badener Kurbetriebs-GesmbH – hinsichtlich Energieverbräuche und Energieerzeugung analysiert. Die Schwerpunkte liegen beim Wärme- und Stromverbrauch.

Alle Verbrauchsdaten werden in die Siemens-Landesdatenbank eingespeist. Dadurch können Gebäude mit derselben Nutzung untereinander verglichen werden – zum Beispiel, wie die Freiwillige Feuerwehr Baden-Weikersdorf im Vergleich zu anderen Feuerwehren im Energieverbrauch abschneidet.

Fussi
Kindergarten Zentrum hat Stromerbrauch von 16 Einfamilienhäusern.

215 Seiten starker Energiebericht

Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) und der Energiebeauftragte der Stadt Gerfried Koch: „Der 215 Seiten starke Energiebericht scheint am ersten Blick nicht sehr sexy zu sein. Beim genauen Hinschauen erkennt man, dass die Energiebuchhaltung sehr klar aufzeigt, wo Verbesserungspotenziale zu finden sind, aber auch welche Objekte einen vorbildlichen Verbrauch aufweisen.“

Interessanterweise schnitt der erst 2007 in Passivhausbauweise errichtete Kindergarten Zentrum schlecht ab. Der Stromverbrauch war so hoch wie von 16 Einfamilienhäusern. Ursache ist, dass die an sich tolle Raumlüftung nicht vernünftig eingestellt war und unterbrochen lief. Der Verbrauch betrug 40.000 Kilowatt Strom pro Jahr. Wenn die Empfehlungen aus dem Bericht umgesetzt werden, könne viel Geld eingespart werden.

Im konkreten Fall wird neben einer Neueinstellung der Lüftung vorgeschlagen, eine Photovoltaik Anlage auf dem Dach des Kindergartens zu errichten. Diese würde die Stromkosten um 25 Prozent senken. Geplant ist eine 15 kW-Anlage, welche pro Jahr ca. 15.000 kWh Strom erzeugen wird. Koch: „Kosteneinsparung der Stadt bei 25 Jahren Betrieb: ca. 38.000 Euro!“

Rämertherme als Sorgenkind

Ein Sorgenkind als Energiefresser ist die in die Jahre gekommene Römertherme. Krismer stellt die Frage, ob nicht in spätestens 15 Jahre eine neue Therme gebaut werden sollte. Dass Baden eine brauche, sei als Kurstadt unerlässlich. Nur die jetzige sei energietechnisch eine Katastrophe.

Der Energiebericht findet sich auf: www.baden.at/de/unsere-stadt/energie-klima/

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Auch die Römertherme Baden ist ein Energiefresser.

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