„Es wird deutlich sparsamer geplant“. Geschäftsführer Herwig Troyer über die bisherigen Ausgaben der Gesellschaft und neue Projekte.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 24. Januar 2017 (04:55)
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Mehr als 60 Millionen Euro hat die „Immobilien Baden GmbH“ bereits in die Sanierung und den Neubau städtischer Gebäude investiert. Etwa genauso hoch sind die Schulden der Tochtergesellschaft der Stadtgemeinde: Rund 49 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten sowie etwa 15 Millionen gegenüber der Stadt. Und Geschäftsführer Herwig Troyer lässt keinen Zweifel daran, dass dies noch nicht das Ende sein kann: „Die Gesellschaft wird noch mehr Geld brauchen.“

Nicht einmal die Hälfte der Gemeindewohnungen wurde saniert

Denn noch nicht einmal die Hälfte der rund 800 Gemeindewohnungen wurde bisher saniert. „Es besteht ein enormer Instandhaltungsrückstau“, sagt Troyer. Zu wenig sei in früheren Jahren in die Wohnungen investiert worden. Doch er prüfe auch jetzt sehr genau, bei welchen Objekten eine Sanierung Sinn mache, um auch entsprechende Erträge zu erwirtschaften. Denn langfristig müsse das Ziel sein, dass sich die Gemeindewohnhäuser aus den Einnahmen selbst finanzieren.

Anders als der zweite Bereich der von der „Immo“ verwalteten Immobilien: Der öffentlichen Gebäude. Der Großteil der bisherigen Investitionen sei in diesen Bereich geflossen: Kindergärten, Schulen, Feuerwehrgebäude wurden auf den neuesten Stand gebracht. Der Haken: hier fließen im Gegenzug keine Einnahmen. Für sie wurde seitens der Stadt aber auch kein „Kaufpreis“ an die Immobiliengesellschaft verrechnet. Für die Wohnhäuser sehr wohl. „Und das, obwohl die Immo bei der Gründung keine Eigenmittel erhalten hat“, so Troyer. Die Stadt deckt dafür den jährlichen Verlust der GmbH ab.

„Keine politischer Druck bei Wohnungsvergabe“

„Und Troyer betont: „Es hat noch kein einziges Mal politischen Druck bei der Vergabe einer Wohnung gegeben. Natürlich kommen Anfragen über den einen oder anderen Stadtpolitiker, aber nie hatte ich eine Anweisung, jemandem Speziellen den Zuschlag zu erteilen.“

Für 2017 stehen weitere Wohnungssanierungen auf dem Programm. „Insgesamt wird aber deutlich sparsamer geplant“, betont Troyer. Klima- und Energiefragen seien wichtig, aber kritisch zu prüfen. „Thermische Sanierungen muss man sich aus Sicht der Kosten genau überlegen.“ So sei im Rollettmuseum eine neue Heizung nötig. Statt der ebenfalls überlegten Fernwärme tendiere er jedoch zu einer Pelletsheizung im Haus, was günstiger und effizienter sei.

Als positives Beispiel für eine gelungene Sanierung nennt Troyer das Objekt Renngasse 7, wo nach einem Großbrand Gewerberäumlichkeiten geschaffen wurden, die nun Einnahmen bringen. Rund 25 bis 30 Jahre werde es dauern, bis die Investitionen wieder erwirtschaftet sind. „Das macht mir aber keine Kopfzerbrechen, weil das Gebäude jetzt in einem erstklassigen Zustand ist.“ Auch eine Nutzung des Dachgeschoßes wäre noch möglich, was seitens der Stadt aber in Hinblick auf Denkmalschutz und UNESCO-Weltkulturerbe nicht gewünscht sei. „Baden hat in diesem Bereich extrem hohe Ansprüche“, so Troyer. „Da geht es auch um eine Vorbildwirkung für private Eigentümer.“

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