Florianis übten Brandfall im Stadtarchiv. Die Freiwillige Feuerwehr Weikersdorf beübte das Stadtarchiv im Rollettmuseum. Stadtgeschichte wird hier festgehalten.

Von Judith Jandrinitsch und Sandra Sagmeister. Erstellt am 14. Juli 2019 (05:19)
FF Weikersdorf
Die Feuerwehrschläuche müssen natürlich in jeden Winkel des Museums kommen – treppauf, treppab.

Die Freiwillige Feuerwehr Baden Weikersdorf hatte in der Vorwoche eine außergewöhnliche Aufgabe im Rollettmuseum, Heimat des Stadtmuseums und des Stadtarchivs, zu bestehen. Leiterin Ulrike Scholda hatte die Weikersdorfer Wehr dazu eingeladen, im Museum eine Übung abzuhalten.

Scholda betont: „Das Stadtarchiv birgt für die Geschichte der Stadt Baden einzigartige Zeugnisse der Vergangenheit. Das Archiv ist im Erdgeschoß und im Keller untergebracht, die Anordnung der Räume im Rollettmuseum sind verwinkelt. Die Feuerwehr sollte Gelegenheit haben, sich zu orientieren und die Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen. Vor allem, wo die wichtigsten Kulturschätze gelagert sind.“

Scholda arbeitete das Übungsszenario gemeinsam mit Übungsleiter Christian Dolkowski von der FF Weikersdorf aus. So wurde ein Brand elektrischer Betriebsmittel im Stadtarchiv angenommen, der die unersetzlichen Unterlagen der Badener Geschichte bedroht. Die Feuerwehr ging mit Atemschutzgeräteträger in den stark verrauchten Räumen vor, es galt, die Feuerbekämpfung gezielt und wassersparend zu gestalten, um die Kulturschätze nicht zu vernichten. Die Auswahl der Brandbekämpfungsmittel spielte bei der Übung ebenfalls eine zentrale rolle.

 Heikle Brandübung für die FF Weikersdorf

 Durch den Einsatz von Hochleistungsventilatoren wurde der schädigende Brandrauch rasch aus dem Gebäude geblasen. Nach dem offiziellen „Brand Aus“ wurden alle Räume des Museums in einer Kurzführung besichtigt, um die räumlichen Gegebenheiten noch einmal genau zu studieren. Übungsleiter Christian Dolkowski zieht nach der Übung eine positive Bilanz: „Wir wissen jetzt, wo die Fenster und die Ausgänge im Museum sind und wo die kostbarsten Archivalien untergebracht sind. Es ist gut, dass wir dieses Objekt beübt haben.“

Sandra Sagmeister
Die älteste Urkunde im Stadtarchiv stammt aus dem Jahr 1291 und dokumentiert den Verkauf einer Wiese an das Augustiner Kloster.

Im Stadtarchiv lagern sämtliche Akten, die die Stadtgemeinde betreffen. Das geht auf das Jahr 1683 zurück. Davor gibt es fast keine Akten mehr, weil bei einem Brand im Rathaus alles vernichtet wurde. Stadtarchivar Clemens Andreasch ist zuständig für die Sichtung und Ordnung aller Akten, die ja laufend von der Stadtgemeinde zur Ablage und Dokumentation ans Stadtarchiv übermittelt werden. Das älteste Dokument ist eine Urkunde aus dem Jahr 1291.

Einen ausführlichen Artikel über die Arbeit von Stadtarchivar Clemens Andreasch lest ihr in der nächsten NÖN-Ausgabe.