Freiheitsentziehungsverdacht erhärtete sich nicht. Der Fall um eine mutmaßlich in einer Badener Wohnung eingesperrte 15-Jährige hat am Samstag eine Wende genommen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 14. Dezember 2019 (13:40)
Das Mädchen hatte am Freitag den Notruf gewählt
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Der Verdacht der Freiheitsentziehung und der Vergewaltigung gegen einen 25-Jährigen erhärtete sich laut Polizei nicht. Der Mann wurde auf freiem Fuß wegen Körperverletzung angezeigt. Strafrechtliche Konsequenzen könnte es nun für die Jugendliche geben, ihr wird Verleumdung vorgeworfen.

Das Strafgesetzbuch sieht für Verleumdung - wenn die fälschlich angelastete Handlung mit einer ein Jahr übersteigenden Freiheitsstrafe bedroht ist - eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre vor. Die 15-jährige Rumänin, die mit ihrer Familie in Wien-Favoriten gelebt hatte, riss vor einigen Wochen aus. Sie wurde abgängig gemeldet und dürfte nach Angaben der Exekutive zunächst in der Wohnung des 25-jährigen österreichischen Staatsbürgers - ihres Freundes - Unterschlupf gefunden haben. Wie lange sich das Paar tatsächlich in Baden aufhielt, wurde seitens der Landespolizeidirektion am Samstag nicht kommuniziert.

Am Freitagvormittag rief die Rumänin gegen 11.30 Uhr den Notruf und erklärte, dass sie in der Wohnung festgehalten werde. Als die Beamten eintrafen, fanden sie das Mädchen leicht verletzt vor. Es hatte Hämatome, die allerdings bereits älter waren. Der 25-Jährige wurde festgenommen.

Nach umfangreichen Einvernahmen des Verdächtigen und der Jugendlichen kamen die Ermittler zum Schluss, dass die 15-Jährige nicht eingesperrt worden sein dürfte. Das Mädchen hatte zuvor laut Staatsanwaltschaft von einer Festhaltedauer von rund einem Monat gesprochen.

Der 25-Jährige gab bei seiner Befragung an, seine Freundin "länger zurückliegend" geschlagen zu haben, berichtete die Landespolizeidirektion Niederösterreich. Dabei will er die Jugendliche "leichteren Grades" verletzt haben. Das Mädchen wurde laut Exekutive in einer Betreuungsstelle untergebracht.