Fußballer vor Gericht. Sechs Fouls und ein Tritt ins Gesicht – Fußballer stand vor dem Landesgericht. Nun muss er Anti-Gewalt-Training absolvieren.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 15. Mai 2018 (03:51)
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Der Angeklagte stand schon öfter vor Gericht
Der Angeklagte stand schon öfter vor Gericht
APA (Archiv)

Dass beim Fußball die Emotionen hochgehen, ist hinlänglich bekannt. Nun hat ein Freundschaftsspiel zwischen Jugendlichen für zwei Kontrahenten im Spital und vor Gericht geendet.

Am 1. März trafen sich Jugendliche aus Baden zu einem Fußballspiel. Laut Angeklagtem, ein 17-jähriger Türke, wurde über soziale Netzwerke von Jungendarbeitern eingeladen und vor Ort die Mannschaften gewählt. Das spätere Opfer kenne er schon lange, man habe auch schon öfter zusammen gespielt. Diesmal endeten der Angeklagte und sein Opfer, ein noch jugendlicher Albaner, in verschiedenen Mannschaften. Der Angeklagte: „Er hat mich dauernd gefoult, wenn ich im Ballbesitz war und mich am Leiberl gezogen. Als er mir dann noch den Hals zerkratzte, fragte ich ihn, was das soll.“

Kieferbruch und Verlust von sechs Zähnen

Es folgte eine Rangelei, in deren Verlauf das Opfer dem Angeklagten einen Faustschlag gegeben haben soll. „Ich war weggetreten, hatte sogar eine leichte Gehirnerschütterung“, so der Angeklagte. Er habe daraufhin den anderen zu Boden geworfen, als dem ein Freund zu Hilfe kam. „Ich hatte Angst, dass beide auf mich losgehen und habe deshalb zugetreten.“ Zugetreten meint in diesem Fall, dass der 17-Jährige den fast stehenden Kontrahenten voll mit dem Fuß im Gesicht trat. Nasen- und Kieferbruch sowie der Verlust von sechs Zähnen waren die Folgen.

Das Opfer hatte schon bei der Polizei zugegeben, den Angeklagten öfter im Spiel gefoult zu haben, aber das gehöre zum Fußball ja wohl dazu….. Laut dem 17-Jährigen hat er ihn provoziert. Der Anwalt des Opfers verlangte vor Gericht 4.000 Euro Schmerzensgeld.

Der Angeklagte wurde zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt, außerdem wurden ein Anti-Gewalt-Training und Bewährungshilfe angeordnet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.