Global Peace Photo Award: Friede beginnt mit Fotografie. Der „Global Peace Photo Award“ hat den Zweck, Fotografinnen und Fotografen für ihre Arbeiten zu ehren, die es schaffen, „ein gutes Leben darzustellen“, wie es Friedenspreis-Mastermind Lois Lammerhuber ausdrückte.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:59)

Ein gutes Leben, das kann sein, wenn FARC-Revolutionskämpferinnen in Kolumbien plötzlich Babys bekommen (dürfen), wenn Orang-Utans im Dschungel von Indonesien gerettet werden, wenn entführte und befreite Mädchen wieder in die Schule gehen dürfen, wenn sich Schülerinnen in Hongkong gegen Repressalien und Unterdrückung wehren. Es kann aber auch eine ganz private Liebesgeschichte sein, wie sie Sasan Moayyedi mit seinen Fotos beschrieben hat. Sie, eine junge, kurdische Frau, er ein Iraner, der bei einem Tritt auf eine Sprengfalle Arme und Augen verloren hat. Aber er gibt nicht auf, schwimmt, trainiert seinen Körper und gewinnt so die Liebe der jungen Kurdin.

Die Fotoserie „Love Story“ des iranischen Fotojournalisten Sasan Moayyedi wurde unter den fünf Preisträgern auch als „Weltfriedensfoto“ ausgezeichnet. Der Fotograf konnte den Preis aufgrund einer fortgeschrittenen Krebserkrankung nicht selbst in Empfang nehmen, dies tat an seiner Stelle der iranische Botschafter in Österreich Davoud Rezaei. Als Schirmherr der Preisverleihung fungierte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, der gemeinsam mit dem Direktor für Welternährung der UNO-Organisation FAO, David Beasley, das Foto enthüllte. Nicht alle der Fotografinnen und Fotografen konnten aus verschiedenen Gründen persönlich anwesend sein. Lois Lammerhuber wäre nicht der Mann der Tat, der er ist, wenn er sich so schnell geschlagen geben würde. Der nigerianische Fotograf Emeke Obanor wird am 21. September im österreichischen Parlament seinen Preis entgegennehmen. Alle Fotos sind am Fotofestival zu sehen.