Grippewelle heuer besonders heftig. Über 500 Badenerinnen und Badener waren in letzten Wochen wegen Grippe arbeitsunfähig gemeldet.

Von Sonja Pohl. Erstellt am 07. Februar 2017 (05:01)
Richtig hohes Fieber ist ein Anzeichen für »echte Grippe«. Bettruhe ist aber auch bei grippalen Infekten wichtig. Foto: Shutterstock.com/Voyagerix
NOEN, Shutterstock.com/Voyagerix

Die Grippewelle hat auch Baden heuer so früh wie schon lange nicht mehr überrollt. „So viele Erkrankungen wie heuer wurden uns schon lange nicht gemeldet“, weiß Barbara Mann von der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse in Baden.

5.340 Erwerbstätige blieben NÖ-weit zuhause

Konkret waren es niederösterreichweit in der Kalenderwoche eins 5.340 Erwerbstätige, die ihrer Arbeit nicht nachkommen konnten. Im Bezirk lagen 498 Arbeitnehmer im Bett. „Die Anzahl an Krankenständen kletterte in Woche zwei noch in die Höhe – 520 Dienstnehmer waren bezirksweit arbeitsunfähig.

Ein ähnliches Bild zeigte sich mit 5.552 und 5.455 Grippefällen in NÖ in den vergangenen beiden Wochen. Im Bezirk stagnierten die Zahlen auf hohem Niveau mit 527 bis 526 Erkrankten.

Deutlich zeigt sich die Heftigkeit der Grippe im Vergleich zum Vorjahr – In der ersten Jännerwoche wurden 2016 „nur“ 307 Krankenstände im Bezirk registriert. „Während Dienstnehmer mit der echten Grippe im Schnitt 7,4 Tage zu Hause bleiben, sind es bei den grippalen Infekten durchschnittlich 5,6 Tage, die zur Genesung benötigt werden“, weiß man bei der Gebietskrankenkasse.

„Krankheit nicht zu unterschätzen“

Zu längerer Bettruhe raten Ärzte und das medizinische Fachpersonal. Allgemeinmediziner Heinz Zickero aus Baden betont, dass Grippe und grippale Infekte nicht zu unterschätzende Erkrankungen seien.

Das unterstreicht auch Helene Brosche von der Badener Heilquell-Apotheke. „Die echte Grippe zeigt sich durch hohes Fieber, das das Thermometer bis auf 40 Grad klettern lässt. Werden diese Warnzeichen des eigenen Körpers übergangen kann dies zu schwerwiegenden Folgen wie Herz-Kreislauferkrankungen führen“, rät Zickero unbedingt zu Bettruhe.

Ebenso wie zur Grippeimpfung: „Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Information verfasst, welche Virenstämme mit einer Impfung gut behandelbar sind“. Dennoch ortet der Mediziner eine gewisse Impfmüdigkeit der Badenerinnen und Badener.

"Nichtin Kälte auspowern"

Auch gegen Keime und ihre Auswirkungen empfiehlt Zickero eine Impfung – vorwiegend trifft dies ältere Menschen, die von ihren Enkeln angesteckt werden. Ihre Abwehrkräfte sind meist geringer, die Erkrankung durch die Tröpfcheninfektion umso heftiger. Aus diesem Grund sollten Menschenmengen wie zum Beispiel in der U-Bahn derzeit gemieden werden. „Auch meine Frau und ich gehen in Wien lieber ein paar Schritte zu Fuß, als uns in der U-Bahn etwas einzufangen, wo jeder zweit nießt und hustet.“

Häufiges Händewaschen, Tees und nicht übertriebene sportliche Betätigung helfen, die eigene Abwehr zu stärken, sagt Zickero. „Kontraproduktiv ist es, sich in der Kälte, etwa beim Laufen, auszupowern und die eiskalte Luft durch den Mund einzuatmen. Doch auch nach dem Indoorsport sollte darauf geachtet werden nicht verschwitzt oder mit nassen Haaren ins Freie zu gehen“, rät er.

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