Haustechniker brach in Zimmersafes ein

Erstellt am 07. April 2015 | 07:53
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Foto: NOEN, www.BilderBox.com
Ein 36-jähriger Haustechniker nutzte Generalcodes und -schlüssel, um in Hotelsafes und Badekästchen einzubrechen.
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Immer wieder fehlte in einem Badener Hotel- und Kurbetrieb Geld aus den Zimmersafes der Gäste, aus einem Wertdepotfach, aus Badekästchen. Schließlich wurde der 36-jährige Haustechniker aus dem Bezirk Mödling als Täter entlarvt.

Und der Mann hatte schon einiges am Kerbholz. Seine letzte Haftstrafe umfasste elf Jahre wegen schweren Raubes. Am Landesgericht Wiener Neustadt wurde dem Mann der Prozess gemacht.

„Was haben Ihre Kinder von einem Vater, der in Haft ist?“

Von Anfang an zeigte er sich geständig, war reumütig. Meinte aber, er hätte keine andere Wahl gehabt. „Ich hatte endlich eine Familie. Für mein älteres Kind musste ich Alimente zahlen, mit meiner neuen Partnerin hatte ich ein Kind und drei hatte sie schon“, erklärte der Mann weiter. Der Kindsvater zahle aber keinen Unterhalt mehr.

„Ich habe 1.400 Euro netto verdient. Damit erhält man fünf Kinder nicht“, meinte der Mann. Ein Antrag beim Bezirksgericht auf Herabsetzung der Alimente von 300 Euro auf einen geringeren Betrag, sei abgelehnt worden.

„Sie bekommen Familienbeihilfe auch noch. Ich weiß, dass man mit diesem Geld nicht weit kommt. Aber war Ihnen nicht bewusst, welche Strafe Ihnen droht? Was haben Ihre Kinder von einem Vater, der in Haft ist?“ redete Richterin Gertraud Eppich dem Mann ins Gewissen.

Schlüssel benützt sobald die Gäste beim Abendessen waren

Dieser bejahte die Frage, konterte aber: „Trotzdem musste ich das tun.“ Jetzt bereue er es. Mit einem Generalschlüssel habe er die Badekästchen der Kurgäste aufgeschlossen, sobald diese schwimmen gegangen seien. Er habe nie das gesamte Geld genommen.

„Damit es nicht gleich auffällt?“ fragte Richterin Eppich. Der Mann schüttelte den Kopf und meinte: „Nein, damit ich den Leuten nicht alles wegnehme.“

Auch den Generalcode für die Zimmercodes habe er gehabt und benützt sobald die Gäste beim Abendessen waren. Gemeldet worden sei das anfangs nicht. Später habe er das Bargeld aus dem Wertdepotfach gestohlen, ins Büro eingebrochen. Mindestens 20.000 Euro sollen so weggekommen sein.

Der Schöffensenat verurteilte den Mann (bei einer Strafdrohung von bis zu zehn Jahren) zu drei Jahren Haft. Das Urteil ist rechtskräftig.

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