In Memoriam Erika Perdula. Realistin & Idealistin

Erstellt am 05. November 2019 | 03:09
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7178583_bad08perdula.jpg
Bürgermeister Stefan Szirucsek, der in der ersten und zweiten Klasse ihr Schüler war, mit Schuldirektorin Hofrätin Erika Perdula und ihrem Gatten Werner Perdula.
Foto: NOEN, Sonja Pohl
Das Ableben der ehemaligen Direktorin des Gymnasiums Biondekagsse bewegt die ganze Stadt Baden.
Werbung

Auch Bürgermeister a. D. August Breininger, ÖVP, war der Familie von Erika Perdula freundschaftlich verbunden. Die Direktorin verstarb am 16. Oktober in Folge eines Sturzes, die Seelenmesse fand am 25. Oktober in der Stadtpfarrkirche Baden statt, die Beisetzung am Friedhof Döbling am Montag, 28. Oktober.

Breininger betont: „Sie war Pädagogin mit Leib und Seele und besaß die Begabung, Schulgemeinschaft vorzuleben und für das Leben zu unterrichten. Sie wirkte als Lehrerin für Geografie und Englisch praxisbezogen und meisterte als Realistin direktoral den großen Aus-, Um- und Zubau in der Biondekgasse während der Neunzigerjahre trotz aller Schwierigkeiten gelassen und sachlich. Als Idealistin organisierte sie, ihrem christlichen Ethos verpflichtet, den Trauermarsch von Schülern und Eltern durch die Stadt und eine Demonstration vor dem Parlament zur Erinnerung an zwei Badener Schüler, die durch einen alkoholisierten Lenker zu Tode gekommen waren und war damit maßgeblich daran beteiligt, eine gesetzliche Senkung der Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 Prozent zu erreichen.“ Bei ihrem 80. Geburtstag, den Erika Perdula vor zwei Jahren im Hotel at the park feierte, berichtete Perdula noch von ihrer tiefen Verbundenheit zum Lehramt sowie insbesondere zum BG & BRG Biondekgasse: „Dass ich das Lehramt ergreifen möchte, wusste ich schon als junges Mädchen“.

Anfänge am Gymnasium mit Englisch & Geografie

Bereits während ihres Studiums engagierte sie sich als Erzieherin. 1966 kam Perdula als Professorin für Englisch und Geografie an das Badener Gymnasium. „Damals waren wird gerade mal zwei Frauen im Team“, erinnerte sie sich bei ihrem 80er lächelnd an die gestrengen Blicke ihres damaligen Vorgesetzten, Direktor Hofrat Erich Christel zurück. Doch Perdula machte ihren Weg. Unterrichtete parallel auch am Zentrum für Schulpraktikum an der Universität Wien und an der Pädagogischen Akademie Baden.

1992 folgte sie Helmuth Theimer als Direktorin nach. Diese Position übte sie bis zu ihrer Pensionierung 2002 aus.

Werbung