Job-Sprungbrett für ältere Arbeitssuchende. Bis zu 26 Menschen über 50 Jahren profitieren heuer im Bezirk Baden vom Angebot für gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 26. Februar 2019 (04:06)
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Bürgermeister Stefan Szirucsek, Landesrat Martin Eichtinger, Hermann Hangelmann, Bernhard Hunt, AMS Baden-Leiterin Claudia Schweiger und AMS NÖ-Chef Sven Hergovich.Burchhart
NLK

Baden stand vorige Woche im Mittelpunkt einer Pressekonferenz, zu der das Arbeitsmarktservice NÖ geladen hatte. Es ging um das Modell der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung gemA 50+, mit dessen Hilfe Jobsuchende der Generation 50+ vor allem in Gemeinden und gemeinnützigen Vereinen beruflich wieder Fuß fassen sollen. Da die Arbeitslosigkeit dieser Personen in Niederösterreich wieder etwas zugenommen hat, treffen das AMS und das Land NÖ Vorsorge und stocken dieses Fördermodell ab März um 350 neue Projektplätze auf insgesamt 600 auf.

„Mit Programm haben wir Win-win-Projekt“

„Personen in der Altersgruppe 50+ haben es bei der Jobsuche oft besonders schwer“, weiß Badens AMS-Chefin Claudia Schweiger. Die Arbeitsuche im Bezirk Baden dauere für sie durchschnittlich ca. 6 Monate – während Personen bis 25 Jahre drei Monate benötigen. Schweiger: „Mit dem Programm gemA 50+ haben wir ein wirksames, unkompliziertes Förder- und Unterstützungsangebot, ein ‚Win-win-Projekt‘, das sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer Vorteile bringt“.

Auch zwei Badener, die von dem Programm aktuell profitieren, wurden vorgestellt. Hermann Hangelmann aus Ebreichsdorf zum Beispiel war lange Zeit auf Arbeitssuche. Über eine befristete Stelle bei der Stadtgemeinde Baden bekam der damals 51-Jährige dann eine Fixanstellung als Parkaufsicht der Stadtgärtnerei. Sein neues Revier ist jetzt der Badener Kurpark. Seine Situation bezeichnet er im TV-Interview mit dem ORF NÖ als „erhebend“: „Es ist für mich eine Absicherung für die Zukunft und auch hinsichtlich der Pension“, erzählt er im Fernsehen.

Ebenso in der Badener Stadtgärtnerei fand der aus Wales stammende und in Siegersdorf lebende Bernhard Hunt eine Stelle.

Ab März werden zusätzliche 350 Projektplätze zur Verfügung gestellt. Im Bezirk Baden wurden im Vorjahr 20 Personen über das Programm beschäftigt. Heuer sei man laut Schweiger „guter Dinge“, dass deutlich mehr Dienstverhältnisse zustande kommen. Derzeit seien 11 Menschen angestellt und 15 weitere bereits fix geplant.

Die passenden Bewerber sind im Rahmen der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung in Gemeinden oder Vereinen in verschiedenen Beschäftigungsbereichen tätig. VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek berichtete, dass die Stadtgemeinde sich bereits in der Vergangenheit an diesem Programm beteiligt und mit Teilnehmern sehr gute Erfahrungen gemacht habe: „Menschen erhalten dabei die Möglichkeit, im Berufsprozess zu bleiben“, würdigte er.

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