Kastanien im Doblhoffpark sind nicht zu retten. Wegen unheilbarer Krankheiten werden 21 Kastanien gerodet. Baumbestand „am Radar“.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 18. September 2019 (04:33)
Fussi
Die betroffene Kastanienallee ostseitig des Schlossparterres im Doblhoffpark.

 Von einem „traurigen Ereignis“, spricht VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek bei einem Pressetermin mit Vizebürgermeisterin Helga Krismer und NEOS-Gemeinderat Helmut Hofer-Gruber: Eine Kastanienallee im Doblhoffpark ist wegen unheilbarer Krankheiten „nicht mehr zu retten“ und müsse „durch neue, robuste Bäume ersetzt“ werden. Die Umsetzung soll noch im Herbst erfolgen.

Konkret sind die Bäume in der 1993 gepflanzten Kastanienallee beim Schlossparterre mit der Pilzkrankheit „Phytophtora“ infiziert und von der bakteriellen Erkrankung „Pseudomonas“ sowie „Hallimasch-Pilzen“ befallen, was seit Jahren zum Absterben und der Fällung von bereits sieben Bäumen geführt hat.

„Trotz intensiver Behandlung der verbliebenen 21 Bäume und Forschungsarbeit durch Baumexperten konnten keine Verbesserungen erzielt werden, sodass die Rodung der Kastanien unvermeidbar ist“, erklärt Krismer. Stadtgartendirektor Gerhard Weber grüble, welche Baumarten künftig für die Allee vorgesehen sind. Fakt sei jedoch: „Wir werden uns von der Kastanie verabschieden müssen“, bedauert Krismer. Aber auch Ahorn, Buche und weitere heimische Baumarten seien durch das veränderte Klima gefährdet.

Zirka 10.000 Straßen- und Parkbäume gibt es in Baden. Diese werden durch die Fachleute der Abteilung Stadtgärten und Baumpflegefirmen betreut.

Baumkataster bald auf der Stadt-Homepage

Die Stadtgemeinde Baden verfügt seit 2011 über einen elektronisch unterstützen Baumkataster. Darin sind die Bäume der Stadtgemeinde und ihre wesentlichen Kenndaten erfasst und werden laufend aktualisiert. Neben der Gewährleistung der Verkehrssicherheit dient dieses System vor allem der Pflege und Weiterentwicklung des für das städtische Kleinklima so wesentlichen Baumbestandes.

Um die Inhalte des Baumkatasters und wesentliche Daten für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, arbeitet die Gemeinde daran, den Baumkataster über die Stadt-Homepage zugänglich zu machen. Über Suchanfragen sollen nach Adresse, Grundstücksnummer, Baumnummer sowie wichtige Informationen wie Baumart, Kronendurchmesser und Baumhöhen abgefragt werden können. „Badens Bürger sind hochsensibel, wenn es um ihre Bäume geht. Daher ist mir die Information über jeden Baum ein echtes Anliegen, das ich als besonderes Bürger-Service verstehe“, bedankt sich Helga Krismer beim Verantwortlichen der Abteilung Stadtgärten, Andreas Kastinger.