Katrin Federsel für Brotbackkunst ausgezeichnet. Die Badenerin Katrin Federsel bäckt zu Hause Brot für sich und ihre Familie und wurde nun für ihre Brotbackkunst ausgezeichnet.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 14. Oktober 2020 (12:14)
Die gelernte Köchin stammt aus einer Gastronomiefamilie: „Ich war immer auf der Suche nach dem, was mich erfüllt und Backen ist mein Ein- und Alles geworden und erfüllt mich komplett.“
Sagmeister

Brotbacken ist für sie Philosophie, die sie sich seit über einem Jahr selbst beibringt. Es erde sie, es beruhige sie, den Teig zu kneten und vor allem etwas Sinnvolles entstehen zu lassen. „Es ist ein schönes Handwerk“, sagt Katrin Federsel, die beim Brotback-Wettbewerb von Bio Austria NÖ und Wien, der Ersten Waldviertler Bio-Backschule und der NÖN für das beste Bio-Brot ausgezeichnet wurde.

Begonnen hat ihre Leidenschaft, als sie herkömmliche Brote nicht mehr vertrug: „Ich wollte eines, das nicht einfach nur Füllstoff ist, wo man seine Wurst oder den Käse drauf legt.“ Und so begann sie sich in die ursprüngliche Handwerkskunst einzulesen und verliebt sich in die französische Brotback-Tradition. Dabei kam sie bald auf den Sauerteig, der zu ihrem Lieblingsteig wurde.

"Teig füttern wie ein Kind"

Und wenn sie von „ihrem“ Teig erzählt, den sie jeden Tag füttern muss (bitte nur mit Mehl), dann wird schnell klar, hier geht es um ein Lebewesen – um mehr, als um ein aufgebackenes Ding aus Mehl, Wasser und Gewürzen, das man in einen Ofen schiebt, um wenig später einen Laib mit einer Kruste heraus zuziehen: „Man muss sich jeden Tag um seinen Teig kümmern, ihn füttern wie ein Kind, drei Tage dauert es ein Brot zu backen“, erklärt sie. Man brauche eine Teigmutter, aus der man den Sauerteig immer wieder „züchten“ kann. Ihre Teigmutter ist ein Jahr alt, das sei nicht alt, „weil es gibt Sauerteige, die wurden früher von einer Generation zur nächsten weiter gegeben.“

Nach 2005 kam die gebürtige Erfurterin nach Wien, war bei Do&Co beschäftigt, jettete um die ganze Welt und sah viel. Doch damit ist irgendwie Schluss, sie habe genug gesehen, jetzt kommen die Einkehr und das Bewusstsein, etwas Erfüllendes zu tun und dieser Wandel stellte sich bei der zweifachen Mutter bereits mit 37 Jahren ein.

Aber was gebe es auch Schöneres, als ein biologisches, frei von Schad- und Zusatzstoffen tägliches Brot mit den eigenen Händen zu schaffen: „Brot backen erfüllt meine Seele zutiefst“, und das schon lange vor dem Brotback-Boom, der diesen Lockdown-Frühling ausbrach.

Zu finden ist sie auf Instagram (fedsel Brot) oder sie informiert via fedselbrot@gmail.com.