Kinderbetreuung auch während Kindergarten-Schließzeit

Qualifizierte Sommerbetreuung in Baden während dreiwöchiger Kindergarten-Schließzeit. „Baden ist wieder einmal Vorreiter“, sagt die Vizebürgermeisterin.

Erstellt am 05. April 2018 | 03:57
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Stefan Szirucsek, Helga Krismer und Helmut Hofer-Gruber freuen sich, dass die Betreuungslücke in Baden im Sommer geschlossen wird.
Foto: Dusek

VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek hat nach Vorgesprächen mit Eltern- und Familienvertretern die Abteilung Kindergärten, Schulen und Bildung beauftragt, eine Bedarfserhebung durchzuführen und ein Konzept für eine dreiwöchige Betreuung im Kindergarten während der gesetzlichen Schließzeit zu erstellen.

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Hintergrund: Laut den Bestimmungen des NÖ Kindergartengesetzes müssen die öffentlichen NÖ Landeskindergärten in den Sommerferien für drei Wochen – und zwar von der letzten Juli-Woche bis inklusive zweite Augustwoche (Ferienwoche 4 bis 6) – geschlossen halten. Diese Schließzeiten stellen berufstätige Eltern vor Herausforderungen. Denn nicht alle können sich genau in diesen Wochen Urlaub nehmen, nicht alle haben Familienangehörige, die sich um die Kinder kümmern.

Das Ergebnis der Erhebung hat die Stadtverantwortlichen dann überrascht: Rund 10 Prozent der Badener Kindergartenkinder haben Betreuungsbedarf. Es liegen rund 80 Anmeldungen vor.

Betreuung im Sommer erfolgt in zwei zentralen Kindergärten

Das Modell für den Sommer in diesem Jahr sieht jetzt vor, dass die Betreuung in zwei zentral gelegenen Badener Kindergärten Biondekgasse und Zentrum erfolgt. Die Kinder werden in jeweils zwei bis drei Gruppen zusammengefasst. Szirucsek freut sich, dass es dadurch möglich ist, „Betreuungszeiten von 7 bis 17 Uhr kostengünstig anbieten zu können“. Die beiden Häuser verfügen laut Szirucsek über eine Infrastruktur, die auch in den Sommermonaten qualifizierte Betreuung ermöglicht. Auch einen Mittagstisch wird es in gewohnter Art (à 3,90 Euro) geben. Ausgebildete Kinderbetreuerinnen nehmen sich um das Wohl der Kinder an.

Bürgermeister Szirucsek freut sich, dass das Betreuungsangebot heuer erstmalig angeboten werden kann: „Ich bin überzeugt, dass unser Projekt erfolgreich sein wird und noch ausgebaut werden wird. Ich hoffe, dass die Eltern dadurch leichter und flexibler Arbeit und Urlaub in den Sommermonaten gestalten können.“

Hofer-Gruber: "Arbeitsrealität hat sich in den letzten Jahren stark verändert."

Helmut Hofer-Gruber (NEOS) pflichtet dem Stadtchef bei: „Die Arbeitsrealität hat sich für viele Mitbürger in den letzten Jahren stark verändert, Arbeitszeiten werden flexibler, traditionelle Rollenbilder brechen auf, viele Frauen wollen mehr arbeiten als das bisher möglich war. Die Politik ist gut beraten, nicht gegen diesen Trend zu arbeiten, sondern dort, wo es neuen Bedarf an Kinderbetreuung gibt, die entsprechenden Maßnahmen zu setzen – genau das tun wir hier“.

Auch Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) ist stolz darauf, dass Familien in Baden „mit einer innovativen, unbürokratischen Initiative“ geholfen werde. Sie sei froh, dass es erneut gelungen sei, „einen Meilenstein in Baden zu setzen“. Krismer: „Baden ist wieder Vorreiter und hat kreative Angebote für Kinder und Eltern.“

Für die Eltern belaufen sich die Kosten auf rund 2 Euro pro betreuter Stunde – also maximal 20 Euro pro Tag. Auch ein flexibles Buchen von Tagen ist möglich. Bis Ende April 2018 werden noch Anmeldungen in der Abteilung Kindergärten, Schulen und Bildung entgegengenommen.