Kulturpreisverleihung: „Baden hat Substrat“. Erwin Pröll bekam als erster „Nichtbadener“ den Kulturpreis verliehen, dieser wird seit den 60er-Jahren vergeben.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 19. Dezember 2017 (05:06)
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Kulturpreisverleihung 2017: Bürgermeister Stefan Sziruscek, Erwin Pröll, Anton Baumgartner, Wilhelm Fleischberger, Rudolf Maurer, Paulus Ramstorfer, Reinhard Kirnbauer, Jakob Lena Knebl, Lois Lammerhuber und Marc Elsberg.
NOEN, Sonja Pohl

Baden, eine Stadt, wo viele Kulturbotschafter wandelten, wandeln und vermutlich noch in Zukunft wandeln werden. Es sei schier unmöglich, alle Kulturschaffenden aufzuzählen, die jemals in Baden gelebt oder Baden für einige Zeit Baden gestreift haben.

Bürgermeister Stefan Sziruscek probierte in seiner Festansprache im Badener Saal des Congress Casinos den Versuch, Badens Kulturschaffende sowie das Kulturangebot aufzuzählen – seine Rede drohte in eine Art Leistungsschau der Kulturtermine Badens auszuarten, denn einer Kulturpreis-Laudatio.

Das Namedropping begann bei Mozart, Beethoven, Grillparzer und ging bis hin zu den heutigen Kulturschöpfern, wie eben jene, die vorige Woche ausgezeichnet wurden. In Baden gebe es über 200 Kulturveranstalter, der Bürgermeister zählte u.a. auch Otto Brusatti auf, der ja mit der Vizebürgermeisterin Helga Krismer momentan einen brieflichen Strauß ausfechtet; es gehe Brusatti um die gebührende Würdigung von zivilgesellschaftlichen Kulturveranstaltern. Brusatti lehnte ja vor Jahren, gemeinsam mit Marlene Streeruwitz, den Kulturpreis ab.

„Natur, Kunst, Schönheit und Wohlfühlen, das sind die vier Komponenten Badens.“

VP-Bürgermeister Stefan Sziruscek

Natur, Kunst, Schönheit und Wohlfühlen, das seien die vier wichtigsten Komponenten, die in Baden gegeben sind und die ein kreatives Substrat für Kunst und Kultur sein dürften. Der ehemalige Landeshauptmann Erwin Pröll, der als Erster „Nichtbadener“ den Kulturpreis der Stadt bekam, erklärte, warum er sich so für die Kultur eingesetzt habe: Als er Landeshauptmann wurde, war das Selbstbewusstsein Niederösterreichs nicht besonders ausgeprägt; durch die kontinuierliche Förderung von Kunst und Kultur sei das NÖ-Selbstbewusstsein allerdings in den vergangenen Jahren stark angewachsen – das sei auch der Grund, warum Erwin Pröll mit dem Kulturpreis bedankt wurde, weil in seine Amtszeit fiel z.B. die Umsetzung des Rainer-Museums, die Neugestaltung des Beethovenhauses und Kaiserhauses sowie die Renovierung des Stadttheaters.