Kunstfilm: Rosa’s Zwischenland. Die Badener Künstlerin Rosa Roedelius arbeitet an einem groß angelegten Filmprojekt, wo sie alles selbst macht und ihre kreative Vielseitigkeit verbinden kann.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 16. März 2021 (03:34)
Stolz und kämpferisch posiert Roedelius inmitten ihrer Filmkulissen, die in ihrem Wiener Atelier auf den Drehbeginn warten.
privat, privat

Man kennt sie als wirbelnden Sausewind, wenn sie zum Beispiel Kinder und Jugendliche als Kulturvermittlerin fröhlich plaudernd durch das Rainer-Museum lotst, oder wenn sie 30 Kinder bei den sommerlichen Theaterkursen in Kooperation mit der Bühne Baden und dem Rainer-Museum im Zaum hält und mit ihnen für einen Einakter aus einer Operette Theaterkulissen produziert.

Rosa Roedelius, ihr klingender Name ist der Kunst verpflichtet, ihr Vater ist der gebürtige Deutsche Joachim Roedelius, ein Musiker, Krautrocker der ersten Stunde und Kreativer seit eh und je, auch jetzt mit 80 plus. Rosa Roedelius ist auch selbst beim Festival „More Ohr Less“, das ihr Vater und ihre Mutter Christine Roedelius ins Leben gerufen haben, organisatorisch wie selbst kreativ mitbeteiligt. Momentan fällt Rosa Roedelius via Facebook mit ihren großen Kunstwerken auf. Da bemalt sie meterlange Stoffbahnen mit organisch anmutenden Formen, baut bootähnliche Objekte aus Austernmuscheln, die ihr ein Badener Gastronom gesammelt hat. Gut, dass sie momentan ein so großes Atelier im Wiener WUK hat, wo sie sich so richtig austoben kann.

Und wo endet ihre momentan kaum enden und bändigen wollende Kreativität? „Ich arbeite gerade am Bühnenbild für meinen Kunstfilm“, erklärt Rosa Roedelius, die ein wenig müde aus den Augen blickt. Anstrengend sei ihr Filmprojekt, wo sie nicht nur die Kulissen selbst malt, sondern auch den Text schreibt und das Drehbuch dazu. Das Soundkonzept kommt auch von ihr, Regie führt sie selbst und die Hauptrolle ebenso; einzig ein Kameramann bringt dann ihren „Kopffilm“ ins reale Leben.

Und um was geht es? „Um eine Reise, es geht um Tag, Nacht und das Zwischenland, das Zwischenland ist die harte Realität und dann bewegt man sich zwischen dem Traum und dem Erhabenen und man reist durch all diese Welten“, versucht Rosa Roedelius ihr komplexes Filmprojekt zu erklären. „Ich greife einfach menschliche Themen auf.“ Zu sehen ist der Film demnächst im Künstlerhaus im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung von Kurzfilmen.

Rosa Roedelius wohl behütet in ihrem Austern-Boot, das eigentlich auch ein kleines Riff sein könnte.
privat

Gedreht wird in einer alten Synagoge, die nun eine Galerie ist und wo ihre großformatigen Kulissen genug Platz finden. Drehbeginn ist in knapp einem Monat. Der Countdown läuft also. „Ich bin schon sehr gespannt, wie das wird, es fügt sich alles zusammen, der Film wird eine Zusammenfassung von allen Elementen, mit denen ich bis jetzt gearbeitet habe.“

Und ein Film habe den Vorteil, dass etwas bleibt, wenn man nur malt und dann eine Ausstellung mache. „Man zeigt die Bilder für kurze Zeit und dann verschwinden sie wieder in Lagern“, mit einem Film hat man was Bleibendes produziert.