Lorenz: „Diese Stadt muss leben“. Badens Tourismusdirektor Klaus Lorenz glaubt fest an einen erfolgreichen Sommer in Baden.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 07. Juni 2021 (05:14)
Klaus Lorenz vor der bunten Bewerbung des heurigen „Festival La Gacilly-Baden Photo“, das heuer zum vierten Mal stattfindet und Baden erneut für vier Monate in eine Bilder-Stadt verwandeln wird. „Viva Latina“ lautet der Titel heuer und wird Fotografien aus Lateinamerika zeigen.
Fussi, Fussi

Nach Ende des Lockdowns und den ersten Veranstaltungen sieht Tourismusdirektor Klaus Lorenz positiv in die Zukunft. „Ich darf mit Stolz sagen, dass wir die größte Kampagne, die wir in Baden jemals aufgestellt haben, in Auftrag gegeben haben“, berichtet er. Diese werde in Kooperation mit Wienerwald Tourismus und dem NÖ Tourismus vor allem in den für Baden so wichtigen Bundesländern Steiermark, Oberösterreich und Salzburg laufen.

Auch mit dem Empfehlungsportal „1.000 Things to do“ kooperiere man, bei dem Aktivitäten in Baden zielgruppengenau beworben werden. „Wir sind breit aufgestellt“, weiß Lorenz. Eine virtuelle Präsentationstour mit Pressevertretern aus Deutschland und der Schweiz zeige erste Erfolge, so haben sich mehrere Journalisten zu den Rosentagen angesagt, „das wird die erste Pressereise seit vergangenem Sommer“, schildert er.

Fotofestival als Leuchtturmprojekt

Erfolgreich sei auch ein Gewinnspiel von der Österreichwerbung verlaufen, bei dem man ein Festivalpaket in Baden gewinnen konnte. Damit war Baden zwei Wochen lang im reichweitenstärksten Radiosender Österreichs, Ö3, vertreten. Generell konstatiert er: „Man merkt, dass die Kooperationen wirken.“ Gemeint sind jene mit Wienerwald Tourismus, den kleinen historischen Städten und den Great Spas of Europe. Immer wichtiger werde zudem das Online-Marketing.

Als „Leuchtturmveranstaltung“ bezeichnet Lorenz das anstehende Fotofestival, das bis in den Herbst hinaus von Bedeutung sei. Daran anknüpfend hofft er, dass die Genussmeile wieder zustande kommen kann. „Sie ist die zweite Veranstaltung, die wirksam Nächtigungen lukrieren kann“, weiß er.

Generell tue sich der Städtetourismus schwerer. „Der Kunde ordnet uns eher noch dem Städtetourismus zu“ – obwohl auch Baden mit dem Wienerwald Outdoor-Aktivitäten biete. Auch die Stadtführungen sind mit Pfingsten wieder aufgenommen worden.

„Es bewegt sich viel. Einige Buchungen sind bereits aus Deutschland gekommen“, freut sich Lorenz, und merkt dazu an, dass nun geklärt sei, dass auch internationale Tourismusgäste die öffentlichen Teststraßen benutzen dürfen. Die Sicherheitshinweise und Storno-Bedingungen seien auf der Homepage des Baden-Tourismus nachlesbar.

„Ich muss in dem Zusammenhang sagen, was für ein großartiger Partner die Bezirkshauptmannschaft ist“, lobt er das Team von Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner vor allem hinsichtlich der Sicherheitsfragen und bei Veranstaltungsangelegenheiten. „Die Zusammenarbeit ist unkompliziert, auf die Veranstaltungen Rücksicht nehmend, aber mit Augenmaß.“

Über den Sommer werden wieder Picknicks im Doblhoffpark veranstaltet und im Kurpark, am Bellevue Platz oberhalb des Beethoventempels, Mondscheinkonzerte jedes Wochenende. „Wir versuchen alles kleiner und Open Air zu machen“, geht er auf Nummer sicher in Bezug auf die Corona-Ansteckungsgefahr. „Es wird viel los sein, so wie letzten Sommer.“ Man wolle auch der eigenen Bevölkerung ein Urlaubs- und Erholungsgefühl geben. Er sei zuversichtlich, dass es gelingen werde, das besondere Lebensgefühl der Stadt rüberzubringen. „Nur wenn die eigene Bevölkerung zu den Veranstaltungen geht, sind wir authentisch und dann werden auch Gäste gerne hinkommen.“

Die Kurkonzerte werden heuer übrigens anders ablaufen als sonst, da der Pavillon im Kurpark nicht bespielbar ist und saniert werden müsse. Man habe mit den Musikern eine Lösung gesucht und den Platz vor der Sommerarena gefunden.

„Diese Stadt muss leben. Es ist uns gelungen, Baden als lebendige Stadt zu positionieren“, freut sich Lorenz über die Tatsache, dass sich das Image gedreht habe. „Die Leute kommen gerne nach Baden, man merkt das bereits jetzt an der Innenstadtfrequenz. Diese zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“

Würdigung von Hotelier Kurt Dohnal

Sehr traurig ist Lorenz über den Tod von Hotelier Kurt Dohnal. „Es ist ein großer Verlust für den Badener Tourismus“, konstatiert er. Er habe Dohnal als „extrem kompetenten Fachmann“ kennengelernt. Vor allem würdigte er Dohnals Netzwerk-Qualitäten und „sein besonderes Dienstleistungsgespür“. Lorenz sagt: „Es stimmt einen traurig, dass es diesen Menschen nicht mehr gibt.“