Neue Akzente in Kunstszene gesetzt. In der Krise ist es schwierig, Spagat zwischen Branchen-Belebung und Sicherung des eigenen Überlebens zu schaffen. Christopher Lane aus Baden setzt mit Galerie Breyer mutige Schritte.

Von Nadja Tröstl. Erstellt am 22. März 2021 (04:34)
Christopher Lane in seiner Galerie in der Breyerstraße.
Tröstl, Tröstl

Der Architekt und Kunstsammler Christopher Lane hat mit der Eröffnung seiner Galerie in der Breyerstraße 7 im vergangenen November (die NÖN berichtete) nicht nur eine neue Kulturinstitution in Baden geschaffen, sondern auch ein kreatives Experiment ins Leben gerufen, das in den Krisenzeiten der Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung ist.

„Baden hat kulturellen Weltrang und auch wenn die Zeiten für viele Kunstschaffende schwer sind, erwachsen auch immer wieder gute, neue Chancen“, sagt Christopher Lane. Diese seien etwa die Rückbesinnung auf innere Werte, größere Zeitfenster, sich im Lockdown mit Kunst zu beschäftigen sowie mehr Budget für spezielle Interessen zu haben.

Der Galerist ist genauso optimistisch und engagiert wie seine Kunst-Kollegin und Obfrau des Kunstvereins Baden, Cornelia König, auch wenn die aktuellen Regelungen einen normalen Geschäftsbetrieb erschweren. Laut derzeitiger Bestimmungen ist lediglich ein einziger Kunde in der 30 Quadratmeter kleinen Galerie Breyer „erlaubt“. Somit liegen sämtliche Veranstaltungen für mehrere Personen sowie geplante Vernissagen bis auf weiteres freilich auf Eis.

„Wenn man einander nur zu zweit treffen kann, wird eine intensive Animierung der Kunstszene schwierig. Der Fortbestand der Galerie Breyer ist jedoch für die nächsten Monate gesichert“, erklärt Lane. In der kleinen „Auslagengalerie“ in der Breyerstraße mit überdimensionalen Schaufenstern befinden sich Werke der ganz „großen“ international etablierten Künstler Arnulf Rainer, Leslie Lane, dem Vater des Galeristen, Arik Brauer, Wolfgang Hutter und Ernst Fuchs.

Aber auch aufstrebenden „neuen“ zeitgenössischen Kunstschaffenden wie der Niederösterreicherin Barbara Probst, die demnächst ihre Werke, unter anderem ihre neue Serie mit farbenprächtigen Energieherzen, sowie dem oberösterreichischen Bildhauer Arnold Reinthaler, dessen Stein- und Marmorwerke in neuen Interpretationen, unter anderem als Marilyn Monroe hier bereits zu sehen sind, werden Foren für Ihre Arbeiten geboten.

Ein Künstler, den die beiden Galeristen in Baden „teilen“ ist Arnold Reinthaler. Ein Auszug der Werke des Bildhauers und der Badener Künstlerin Julia Haugeneder sind aktuell in der Galerie des Kunstvereins Baden noch bis 18. April zu sehen. Cornelia König, seit 2007 engagierte Obfrau der bekannten Badener Kulturinstitution, freut sich über ein steigendes Interesse der Badener an Kunst und Kultur ganz besonders in Zeiten wie diesen.