Neue Maßnahmen: Schwerpunkt Sicherheit. ÖVP-Mandatar und Ex-Stadtpolizist Leopold Habres wird Sicherheits- Gemeinderat der Stadt. Maßnahmen zielen auf subjektives Empfinden der Badener ab.

Von Sonja Pohl. Erstellt am 01. November 2016 (06:36)
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Der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, Bürgermeister Stefan Szirucsek, Sicherheitsgemeinderat Leopold Habres und NÖ Polizeidirektor Franz Prucher (v.l.).
Sonja Pohl

Zu einem „Sicherheitsgipfel“ waren Konrad Kogler, Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, und Landespolizeidirektor Franz Prucher im Rathaus mit Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP) zusammengetroffen. Schwerpunkte der Polizeiarbeit in Stadt und Region wurden dabei besprochen. Sozusagen als Kontaktperson zur Bevölkerung wurde ÖVP-Mandatar Leopold Habres zum Sicherheitsgemeinderat der Stadt ernannt.

„Baden ist – dank Stadt- und Bundespolizei eine sehr sichere Stadt. Das objektive und subjektive Sicherheitsgefühl ist aber nicht immer deckungsgleich“, begründete Bürgermeister Stefan Szirucsek. Habres war stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei, 15 Jahre lang auch als Seniorenkontaktbeamter. Er sehe sich „als Bindeglied zwischen der Polizei und der Bevölkerung“, sagt er. „Ich will auch für alle Ansprechpartner sein, die Bedenken und Ängste nicht gleich einem Polizeibeamten anvertrauen möchten, aber dennoch in Sorge sind“.

80 Polizeibeamte in Baden im Einsatz

Für den Bürgermeister und die Polizeiexperten darüber hinaus speziell für die Sicherheit in der Stadt Baden wesentlich sind regelmäßige Fußstreifen, im Rahmen derer auch mit den Wirtschaftstreibenden Kontakt gehalten wird. In Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen in Baden sei der Stadt die dafür installierte 24-Stunden Betreuung wichtig.

„Auch das ist nicht selbstverständlich, trägt aber maßgeblich zu einem friktionsfreien Miteinander bei“, ist Szirucsek überzeugt. Er lobte das im Juli von Integrationsgemeinderat Peter Ramberger (ÖVP) installierte Netzwerk „Baden zeigt Herz“, das durch frewillige „Buddys“, die Flüchtlinge betreuen, durch Deutschkurse und andere Angebote zur Integration beitrage.

„Zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls sorgen in Baden aber auch bauliche und gestalterische Maßnahmen, mit denen sogenannte Angsträume minimiert und die Aufenthaltsqualität gehoben wurde“, meint Szirucsek. Und nennt als Beispiele dafür den Arthur-Schnitzler Park oder die Badner Bahn-Station am Josefsplatz.

„Baden besitzt hohen Wohlfühlfaktor“

Das Engagement der Stadt in Sachen Sicherheit lobte Polizeidirektor Prucher: „Baden verfügt durch Stadt- und Bundespolizei immerhin über einen Wachkörper mit 80 Polizeibeamte.“ Und er wies auf Präventivmaßnahmen in der jüngeren Vergangenheit speziell im Gebiet Baden-Mödling hin. Die Region sei durch ihre verkehrsgünstige Lage auch für Einbrecher „gut gelegen“. Doch diesbezüglich greife etwa die Alarmanlagen-Förderung des Landes NÖ. „Bei 40 Prozent der Einbrüche blieb es beim Versuch.“

Von 2014 auf 2015 sei die Zahl der Delikte in NÖ halbiert worden, betonte der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit. „Baden besitzt hohen Wohlfühlfaktor. Wir wissen aus Ballungsräumen, dass sieben von zehn Frauen bestimmte Plätze meiden. Nachts neun von zehn. Wenn aber Kinder und Frauen auf den Straßen zu sehen sind, dann ist das ein Indikator dafür, dass – eben wie in Baden – das Sicherheitsgefüge stimmt.“

Die Polizei brauche dafür aber Partner. Wie zum Beispiel die ÖBB, die mit ihrer hohen Gebäudetransparenz für mehr Sicherheit am Bahnhof Baden sorgt. Besonders wichtig ist auch für ihn, die Einbindung der Bevölkerung: „Nachbarschaftshilfe und generelle Aufmerksamkeit sind wertvolle Sicherheitsaspekte.“

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