Neuer WK-Obmann will für die Betriebe da sein. Peter Bosezky übernimmt die Obmannschaft der Wirtschaftskammer Baden in schwieriger Zeit.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 20. November 2020 (04:34)
Peter Bosezky ist seit Anfang November Obmann der Wirtschaftskammer Baden. Sagmeister
Sandra

2006 verließ Peter Bosezky als technischer Leiter das Landesklinikum Baden.

2003 gründete er seine erste Firma, wurde Gemeinderat in Leobersdorf und engagierte sich als Sprecher seiner Branche auf Bezirksebene. Mit 46 Jahren stellt sich der selbstständige Versicherungsmakler, Vermögens- und Energiekostenberater einer neuen Herausforderung und wird vom Bezirksstellenausschuss der Wirtschaftskammer Baden einstimmig zum neuen Obmann gewählt.

NÖN: Sie hatten nicht viel Zeit, in ihre Funktion als Bezirksstellen-Obmann zu wachsen, wie verstehen Sie ihr Amt?

Peter Bosezky: Als Unternehmer hatte ich von Beginn an Kontakt zur Wirtschaftskammer und war von der breiten Unterstützung begeistert. Erste Erfahrungen in der Interessenvertretung auf Bezirksebene konnte ich in meiner Fachgruppe sammeln. In meiner Funktion als Bezirksstellenobmann sehe ich mich als eine Art Bürgermeister der regionalen Unternehmen. Als oberster Repräsentant, aber vor allem als jemand, der ihnen mit beiden Ohren zuhört und ihre Sorgen und Bedürfnisse weiterträgt. Denn diese sind bei jedem Unternehmen anders ausgeprägt.

NÖN: Geht sich das momentan noch mit zwei Ohren aus?

Boszezky: Momentan ja. Außerdem habe ich an meiner Seite ein breit aufgestelltes, stark verjüngtes Funktionärsteam aus Unternehmern quer über den Bezirk. Und natürlich das eingespielte und äußerst engagierte Mitarbeiterteam der Bezirksstelle Baden unter der Leitung von Andreas Marquardt. Das hat sich auch besonders in der heurigen Coronakrise gezeigt. Als im März rundherum Chaos und Unsicherheit ausbrachen, waren sie der Fels in der Brandung, der mit rechtlichem Rat, aber auch als seelischer Beistand da war.

NÖN: Welche Branche leidet besonders?

Bosezky: Das lässt sich schwer pauschal sagen. Betroffen ist jeder, aber im Einzelfall jeder anders. Neben der Beratung und der täglichen Arbeit hat es sich die Bezirksstelle Baden auch schon vor Corona zur Aufgabe gemacht, Probleme und Anliegen der Basis an die Entscheidungsträger weiterzuleiten.

NÖN: Sind sie weiter Unternehmer und wie trifft es ihr Unternehmen?

Bosezky: Natürlich, die Funktionäre der Wirtschaftskammer sind ja aktive Unternehmer wie unsere Mitglieder. Mein Vorteil als Einpersonenunternehmen ist, dass ich alleine Entscheidungen treffen kann. Was aber zugleich mein Nachteil ist und man alles alleine stemmen muss. Zum Beispiel auch im Krankheitsfall. Ich kann also auch hier die Herausforderungen und Sorgen unserer Mitglieder verstehen.

NÖN: Haben Sie das Gefühl, dass gerade jetzt in der Krise eine Vertretung wie die Wirtschaftskammer wieder mehr geschätzt wird?

Bosezky: Das glaube ich schon. Ich habe gerade heuer in der Coronakrise von vielen gehört ‚Sind wir froh, dass wir die Kammer haben. In anderen Ländern wären wir völlig auf uns allein gestellt‘.

NÖN: Wie glauben Sie, kommen wir wirtschaftlich durch diese Krise?

Bosezky: Ohne etwas schönreden zu wollen: Die Zeiten sind hart, aber ich bin überzeugt, wir tauchen da durch. Zwar mit vielen Schrammen, aber es geht weiter, auch wenn es für viele schwer ist. Jeder ist anders von dieser Krise betroffen. Aber schon vor Corona waren wir Unternehmer gewohnt, flexibel mit neuen Herausforderungen umzugehen und uns ständig anzupassen. Und genau hier sehe ich auch eine Chance in der Krise: Es ist ein Umbruch im Gange, der vielen auch neue Wege oder Notwendigkeiten aufzeigt, zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung, der Wichtigkeit von regionalem Konsum oder der Fachkräfteausbildung.