Parkhaus-Debatte: Ex-Planer übt Kritik. Die Diskussion um den Neubau des Parkdecks Süd ist um eine Variante reicher. Ehemaliger Architekt meldet sich zu Wort.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 21. Juli 2021 (03:52)
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Das Parkdeck Süd soll neu errichtet werden. Kritiker meinen, nicht nur die Schäden seien dafür verantwortlich, sondern auch die gering bemessenen Parkflächen aufgrund der Stützen.
Fussi, Fussi

Architekt Peter Hudritsch war in den 1990er-Jahren ursprünglich als Planer des Parkdecks Süd auserkoren, nachdem er schon einen Plan zu Papier gebracht hatte, wurde ihm der Auftrag aber wieder entzogen. Er vermutet dafür noch heute politische Gründe, gehörte er in der Planungszeit 1995 und 1996 der grünen Fraktion des Badener Gemeinderates an.

Er erklärt: „Ich habe bereits in einem in der NÖN veröffentlichten Artikel 1997 darauf hingewiesen, dass der vom Gemeinderat beschlossene Plan, der auf meiner ursprünglichen Planung fußt, offensichtliche funktionelle, gestalterische und bautechnische Mängel aufweist. Diese wurden nach der Eröffnung des angeblich ‚kostengünstigeren‘ Gebäudes bereits erkennbar.“

Man habe damals am falschen Platz gespart, am Platzangebot im Parkhaus selbst. „Durch die Stützen hat man die Spannweite verringert. Die Parkplatzgröße ist in der Bauordnung festgehalten, wenn dann noch eine Stütze hingesetzt wird, geht sich das mit dem bequemen Parken nicht mehr aus.“

Die Fragen, die sich für ihn stellen, sind: „Wer zahlt was und wer trägt die politische Verantwortung?“ Denn für so ein Objekt rechne er mit einer Lebensdauer von mindestens 60 Jahren. Dass man dieses Parkhaus bereits nach 24 Jahren abreißen will, stößt bei ihm auf völliges Unverständnis. Er hält eine Adaptierung für eine sinnvollere Variante, zumindest für die Dauerparker, „die es ja in diesem Parkhaus gewohnt sind, mehrmals zu reversieren, bevor sie einparken können“.

Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Grüne, erklärt: „Es wurde nach dem Brand ein Gutachten gemacht, das eine eindeutige Sprache spricht: Abriss.“

Bürgermeister Stefan Szirucsek, ÖVP, verweist darauf, dass Baudirektor Michael Madreiter auf Urlaub ist. Eine seriöse Beantwortung der Frage, warum sich die damals Verantwortlichen für eine Umplanung des Parkhauses entschieden haben, könne daher im Moment nicht erfolgen. Das sei erst möglich, wenn das Bauamt die entsprechenden Quellen dazu geprüft hat. „Wir werden der Sache nachgehen“, verspricht Szirucsek.