Protest gegen Behörden-Nein. Baubehörde gegen geplante Dachrevitalisierung mit Dachziegeln mit Photovoltaik-Elementen. Helga Krismer unterstützt Bauwerber und will Stadtrat überzeugen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 07. Dezember 2018 (17:56)
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Hausbesitzer Reinhard Bröker, Helga Krismer (mit Photovoltaik-Tonziegel) und Christian Bauer (EDS Energie Dach System GmbH) vor dem betreffenden Haus in der Helferstorfergasse.
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„Wieviel Denkmalschutz verträgt die Klimakatastrophe?“, fragt sich Grüne Vizebürgermeisterin Helga Krismer. Grund für ihre Frage ist ein negativer Bescheid der Badener Baubehörde zu einer eingereichten Dachrevitalisierung eines Einfamilienhauses in der Helferstorfergasse 1 mit dem „EDS Energie-Dach-System“. Dabei handelt es sich um ein speziell für Schutzzonen entwickeltes Ziegeldachsystem mit ziegelintegrierter Photovoltaik.

In der Schweiz, woher dieses innovative System stammt, wurden bereits über 300 Objekte installiert. Seit 2014 wird das Produkt auch in Österreich angeboten. Zuletzt wurde in der Goethegasse 22 in Mödling mit Bewilligung durch den Ortsbildbeirat ein Haus mit Jugendstilfassade mit dieser Dachkonstruktion ausgestattet. In Baden aber untersagte die Baubehörde das Vorhaben und beruft sich auf das Schutzzonengutachten, wonach es nicht den Schutzzonenbestimmungen entspreche, da es die Charakteristik der Dachfläche verändere.

Der Hauseigentümer hat gegen den negativen Bescheid berufen. Das Vorhaben wandert nun zur 2. Instanz, dem Stadtrat. Dort will sich Helga Krismer für das Projekt einsetzen. Sie sieht in der geplanten Dachsanierung die Möglichkeit, ein Energiekonzept zu realisieren, das dem Zeitgeist entspreche und eine optisch einwandfreie Lösung auf Tondach-Basis biete. Es sei keine Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes gegeben. Die Stadt Baden sollte die Initiative als Klima- und Energiemodellregion unterstützen und vielmehr sogar als Pilotprojekt präsentieren, meint Krismer.