Reisen in die Wiege gelegt. Badenerin Sabine Tanner gründete vor zehn Jahren Reiseleiter-Akademie.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 07. Februar 2019 (05:40)
Tina King
Sabine Tanner.

Sabine Tanner aus der bekannten Badener Musikerfamilie Tanner feiert Jubiläum. Vor zehn Jahren hat sie die „Reiseleiter-Akademie“ gegründet – eine praxisnahe und von der Wirtschaftskammer anerkannte Ausbildung, die nach sechswöchigem Lehrgang zum Diplom-Abschluss als Reiseleiter führt.

Stolz ist sie darauf, „das einzige Institut in Österreich“ zu sein, dass sich auf die Ausbildung von internationalen Studienreiseleitern spezialisiert hat. Hier leiten die Absolventen anspruchsvolle Rund- oder Städtereisen „mit Studienerlebnis-Charakter“, so Tanner.

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Sabine Tanner mit Lehrgangsteilnehmern im „At the Park“-Hotel. Sie begrüßt Badens Bewerbung als Weltkulturerbe. Österreich sei an UNESCO-Stätten unterrepräsentiert. Das Weltkulturerbe ist ein Schwerpunkt im Lehrgang. Während der Ausbildung besuchen die Teilnehmer etwa alle UNESCO-Stätten in Tschechien.

Kürzlich startete in Baden ein neuer Lehrgang. „Baden ist immer als Kursort dabei“, weiß Tanner. „Es ist die perfekte Kleinstadt, wo wir gut die Reiseleitung üben können.“ Ein Schwerpunkt sei gleich zu Beginn ein Stadtspaziergang. Tanner schätzt an Baden, dass alles gut zu Fuß erreichbar ist. Und: „Baden ist wunderschön!“

Sie legt Wert auf einen praxisnahen Lehrgang. So muss jeder Studienteilnehmer dreimal eine Reiseleitung übernehmen. Nach einem Stadtrundgang klingt der Nachmittag in einem der Badener Kaffeehäuser aus. Die Teilnehmer stammen aus aller Welt. Besonders schätzt Tanner, dass die Ausbildung einer Job-Garantie gleichkomme.

„Ich habe in zehn Jahren schon 300 Absolventen ausgebildet und die Erfolgsrate ist sehr hoch. Viele haben langfristig einen Job bekommen.“ Die Gemeinschaft werde großgeschrieben, was das aktive Netzwerk der Teilnehmer untereinander verdeutliche.

Als Reiseleiterin selbst viel unterwegs

Tanner ist nebenberuflich selbst als Reiseleiterin viel unterwegs, pro Jahr mindestens 70 Tage. Wegen ihrer zwei Kinder (fünf und neun Jahre alt) ist sie zuletzt nur noch in Europa, hauptsächlich Italien und Frankreich, bis zu fünf Tage auf Achse.

Das Reisen wurde ihr in die Wiege gelegt. „Ich bin ein Einzelkind und meine Eltern haben selber viele geführte Studienreisen gebucht und mich mitgenommen. So war ich meist die Jüngste auf Reisen.“ Als Zwölfjährige war sie in Ägypten und hat anderen Reiseteilnehmern Hieroglyphen vorgelesen und übersetzt.

Kein Wunder, dass sie später Geschichte studierte – und wie ihre Mutter auch Kunstgeschichte. „Sie hat mich geprägt, da sie meist mehr wusste als die Reiseleiter selbst“, erinnert sich Tanner. Von klein auf habe sie diesen Job beobachtet, sodass ihr Wunsch naheliegend war: „Später möchte ich das auch machen!“

Ziel nach dem Studium war es daher, in die Erwachsenenbildung einzusteigen. Deswegen erfolgte die Trainerausbildung mit dem Ziel, ein eigenes Institut zu leiten. Parallel hat sie eine Sprechausbildung abgeschlossen: „Als Reiseleiter ist man oft vor dem Mikrofon und muss viel erzählen!“