Revitalisierung Eislaufplatz: Kühles Thema im Juli. Bürgerliste „wir badener“ will Konzept gefunden haben, wie eine mobile Eisfläche Realität werden kann.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 25. Juli 2020 (05:44)
In Startposition der Eisschnelläufer für den mobilen Eislaufplatz: Jowi Trenner, Emese Hunyady, Peter Koczan und Günter Pretl.
Jandrinitsch

Mitten im Juli an einen Eislaufplatz zu denken mag ein wenig kurios anmuten, aber für die Bürgerliste „wir badener“ kommt dieses Thema keinesfalls zu früh.

„wir badener“-Gemeinderat Peter Koczan macht deutlich: „Wenn wir uns im November hier auf dem ehemaligen Eislaufplatz treffen, um Maßnahmen zu besprechen, wie dieser revitalisiert werden könnte, dann ist es zu spät. Die Weichen müssen jetzt gestellt werden.“

Dabei geht es der Bürgerliste nicht um eine zu eins Zurückversetzung des Eislaufplatzes in seinen ursprünglichen Zustand, sondern in gewisser Weise um einen „Pop Up Eislaufplatz“, der sich der Infrastruktur, vor allem der Möglichkeit des Anschlusses an ein Stromnetz, auf der Fläche des ehemaligen Eislaufplatzes bedienen möchte. Das große Vorbild für „wir badener“ ist der Eislaufplatz in Wilhelmsburg, der von der gleichen Firma in der gleichen Größe, nämlich 600 m², errichtet wurde. Prominente Unterstützung für die Bürgerliste kommt von der ehemaligen Eisschnellläuferin Emese Hunyady.

Sie hält fest: „Es geht hier nicht um Spitzensport. Auf einer Eisfläche von 600m² kann man auch nicht Eishockey spielen. Es geht darum, dass die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit haben, Eislaufen zu lernen und einen Ort haben, wo sie sich treffen und sich in der frischen Winterluft bewegen können.“

Denn der Eislaufplatz in Traiskirchen sei restlos ausgebucht, dass neue Interessanten gar keine Chance hätten, dort diesem Sport nachzugehen. Das bestätigt auch Günter Pretl, der in einem Hobby-Eishockeyverein in Traiskirchen engagiert ist.

Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat abgelehnt

Besonders schmerzt es die Bürgerliste, dass ihr Dringlichkeitsantrag zu diesem Thema ohne Diskussion in der vergangenen Gemeinderatssitzung abgelehnt wurde. „Wir wollen gerne mit Bürgermeister Stefan Szirucsek zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen. Aber man hat uns einfach im Regen stehen gelassen“, erzählt Jowi Trenner.

Er glaubt so wie Koczan, dass es kein Problem sein könne, das Konzept des mobilen Eislaufplatzes umzusetzen, selbst wenn für das ehemalige Eislaufplatzgelände ein Vertrag mit einem Dritten vorliegt. „Bis dieses Projekt umgesetzt wird, kann noch viel Zeit vergehen“, meint Koczan. „Mit ein bisschen guten Willen ist es sicher möglich, zumindest diesen Winter hier eine Eisfläche von 600 m² für 15.000 Euro herzustellen. Und das ist ein Betrag, der für die Stadt sicher zu bewältigen ist“, glaubt Koczan. Genau diametral sieht das Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Grünen: „Es gibt einen Vertrag mit Dritten und daher hat die Stadt keine Verfügungsgewalt über das Areal, das ist allen Fraktionen bekannt. Welches Bild gibt eine Gemeinde, die Pläne über Grundstücke Dritter plant? Genau. Kein Seriöses.“

Bürgermeister Stefan Szirucsek, ÖVP, betont: „Es gibt einen Baurechtsvertrag für das ehemalige Eislaufplatzgelände, die Stadtgemeinde Baden hat aus dieser Tatsache heraus keine Möglichkeit, hier etwas zu tun. Dieses Wissen über die Situation ist auch bei der Bürgerliste vorhanden.“ Die Zahlen, die „wir badener“ nennt, könne die Stadt nicht überprüfen.

„Wir haben Zahlen, aber kein konkretes Angebot auf dem Tisch liegen. Wenn die Bürgerliste meint, dass man über eine Pressekonferenz zu einer Verhandlungsbasis kommt, dann ist das schon seltsam“, befindet Szirucsek, der geneigt ist, den Ruf nach einem Eislaufplatz in dieser Jahreszeit als „politisches Sommertheater“ einzustufen.